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Pop & Rock

Geschichte
Als erster Rock-'n'-Roll-Song gilt Bill Haleys Rock around the clock aus dem Jahr 1954, jedoch als erster Rock-Song Duane Eddys Peter Gunn von 1958 (1). Rock around the clock und viele andere Rock-’n’-Roll-Lieder der 1950er Jahre entwickelten sich als „weiße“ Kopie des afroamerikanischen Rhythm & Blues. Die Rockmusik jedoch als eine ab den Ende der 50er Jahre neue und „eigenständige, sich vom Rock'n'Roll unterscheidende Musikform“ besitzt das wesentliche Unterscheidungsmerkmal, dass die Achtel „im Rock'n'Roll punktiert, dagegen in der Rockmusik mit lateinamerikanischer Gleichmäßigkeit gespielt“ werden (2).
Bekanntester Vertreter der 50er Jahre war Elvis Presley, der wohl den Anfang einleitete zu einer Musik, dessen Zielgruppe die Jugend war; dies primär, um sich von der "Erwachsenenwelt" abzugrenzen und auch um die erwachende Sexualität und Rebellionsgedanken zu manifestieren.

Zwei der wichtigsten Wegbereiter des Rock in den 60er Jahren sind The Rolling Stones und The Beatles. Hier ist auch schon die erste Genre-Aufsplitterung zu beobachten, die später charakteristisch für die Rock-Szene werden sollte: Auf der einen Seite standen die Beatles, "brave" Jungs, die in Anzügen mit Krawatte auftraten und eher zu melodischen, harmoniegeprägten Songs neigten, und auf der anderen Seite die Stones, wilde Rocker, die durch Drogenexzesse und eher rauhen Sound auffielen. In der Tradition der Beatles sind dann auch jene Bands zu sehen, die später eher in die Kategorie Pop einzuordnen sind, und in der Tradition der Stones jene, die die rauhere Gangart des Hard Rock, Punk und Heavy Metal entwickelten.

Die Zeitschrift Rolling Stone bezeichnet den Titel (I can get no) Satisfaction der Rolling Stones als die eigentliche Geburtsstunde des Rock.
Gesellschaftlich war die Rockmusik in jener Zeit mehr als umstritten. Das Auftreten der Protagonisten mit langen Haaren und obszöner, lauter Musik galt als skandalös. Vertreter des Establishments versuchten, die Szene in eine satanistische Ecke zu drängen. Doch gerade diese Ablehnung trug wahrscheinlich wesentlich dazu bei, der Rockszene den Status des rebellischen und revolutionären zu geben, den sie bis in die 1970er Jahre behalten sollte und der seinen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg fand. Rockmusik und Hippie-Szene sind hier fest miteinander verbunden. Eine gute Darstellung der damaligen Verhältnisse findet sich im Musical Hair, das vom Widerstand junger Amerikaner gegen den Krieg im Umfeld der Hippie-Szene handelt.


Hippie-Bus
Parallel zu den friedensorientierten Hippies bestand eine Szene eher gewaltbereiter Rocker. Bekannt geworden ist hier vor allem das Umfeld der Hells Angels, eine gewaltsuchende, ursprünglich amerikanische Motorrad-Gang, die bald international zahlreiche Ableger fand und dem Image des Rock nachhaltig schadete.

Die Zahl der erfolgreichen Rockmusiker explodierte Ende der 60er Jahre geradezu. Das führte zwangsläufig zu einer immer stärkeren Aufsplitterung der Szene in mehr und mehr unübersichtlich werdende Untergenres, eine Entwicklung, die dazu führte, dass bald jede Band mit einem etwas anderem Klangbild sofort ein eignes Genre für sich beanspruchte, verstärkt von der Musikindustrie, die aus marketingtechnischen Gründen daran Interesse hatte und hat.

Die beiden Hauptrichtungen der 1970er Jahre sind zum einen ein eher künstlerischer Ansatz, der sich in den Genres Art-Rock, Glam-Rock, Progressive Rock und dem aus der Szene erwachsenen Pop manifestiert. Wichtige Vertreter waren Pink Floyd, David Bowie, Elton John, Genesis oder Roxy Music. Auf der anderen Seite existierte die noch rebellischere Szene, die auch zum Teil als Gegenbewegung zu dem als zu friedfertig verlachten Hippietum entstand. Dazu gehören die gesamte Punk-Bewegung, die Metal-Szene und der Hardrock. Diese Richtungen schafften es auch weiterhin, zu provozieren und zu skandalisieren, während die oben genannten Stile den Sprung in die Gesellschaftsfähigkeit geschafft hatten. Wichtige Vertreter sind hier die Sex Pistols, Black Sabbath, AC DC oder die Ramones. Natürlich gab es auch viele Interpreten zwischen diesen beiden Polen; weitere wichtige Namen sind Status Quo, Led Zeppelin, Deep Purple, The Clash oder Velvet Underground.

Interessant zu dieser Zeit war auch, wie der Rock sich andere Musikströmungen einverleibte und transformierte. Musikrichtungen wie Jazz, Reggae oder Soul veränderten sich zusehends unter dem Einfluss der Musikindustrie. Ein gutes Beispiel hierfür ist Michael Jackson, der mit seinen Wurzeln in der Black Music eine sehr erfolgreiche Verbindung mit dem Rock einging. Außerdem ist eine fortschreitende Digitalisierung der Musikproduktion zu beobachten. Zum einen lag das an Bands wie Pink Floyd, die in ihrem Drang zum Perfektionismus die Latte zur perfekt produzierten Platte immer höher legten, aber auch an Avantgardisten wie Can oder vor allem Kraftwerk, die durch den Drang zum Experimentieren einem kompletten Genre jenseits des Rock auf die Beine halfen: der elektronischen Musik.

In den 80ern machten sogenannte Pop Metal Bands groß von sich reden, wie Bon Jovi, Guns 'n Roses, Def Leppard oder Ratt. Diese Bands konnten in diesen Jahren grosse Erfolge verbuchen. Von allen Bands dieser Zeit konnten sich nur Bon Jovi ihre Fangemeinde erhalten und sind auch noch heute sehr erfolgreich, was sie nicht zuletzt ihrer konstanten Musik zu verdanken haben, die sich Ende der 80er Jahre jedoch vom Metal zum Stadion Rock hin entwickelte.

Der Unterschied zwischen Pop und Rock wurde in der Folge dann in den 1980er Jahren sehr forciert, vor allem durch die Independent-Szene, die sich in der Tradition des Punk sah und sich von dem großen Mainstream der Musikindustrie abzusetzen versuchte. Hier entstand eine vielfältige und große Szene mit vielen Untergenres, die später im Laufe der 1990er Jahre in Alternative überging. Auch der Metal erlebte eine Hoch-Zeit durch Gruppen wie Iron Maiden, Motörhead oder Metallica. Und auch hier gilt das Prinzip der unüberschaubaren Zersplitterung. An der Schnittstelle zwischen Rock und Pop entstanden viele Bands, die prägend für dieses Jahrzehnt werden sollten: zum Beispiel U2, R.E.M. oder The Cure.

Anfang der 1990er erlebte die Szene dann einen unerwarteten Schub durch den Erfolg der US-Grunge-Band Nirvana, die nach dem Experimentieren und Digitalisieren der 1980er den Rock wieder auf die klassische "Gitarre-Bass-Schlagzeug-3-Akkorde-Kombi" reduzierten und die gesamte Alternative-Szene der 90er nachhaltig prägten. Mit ihnen tauchten auch Bands auf wie Soundgarden, Pearl Jam oder die Smashing Pumpkins.

Das Fusionieren und Experimentieren trat dann erst wieder zum Ende des Jahrzehnts in den Vordergrund durch Interpreten, die Elemente aus der zu dieser Zeit Erfolge feiernde elektronischen Musik adaptierten, wie z.B. Radiohead, Blur oder auch Nine Inch Nails.

Das neue Jahrtausend wurde dann durch eine um sich greifende Retrowelle geprägt. Bands wie The Strokes, The White Stripes oder Franz Ferdinand griffen auf für die 1960er Jahre typischen Elemente zurück und transportierten sie zurück in die Charts; The Hives stehen auf den Schultern alter Punk-Größen, The Mars Volta machen als erste Band seit dreißig Jahren wieder erfolgreich Progressive Rock, und die Bright Eyes klingen zum Teil sehr nach dem jungen Bob Dylan. Ein stilistischer Einschnitt, das "nächste große Ding", lässt im Moment also etwas auf sich warten.
(1) Carlo Bohländer...: Reclams Jazzführer. 5., durchges. u. erg. Aufl., 2000, S. 417. - (2) Ebd.


Bekannte Rock-Festivals und -Konzerte


Woodstock-Festival 1969
• Zwischen 1965 und 1971 fanden zahlreiche Rockkonzerte im Fillmore West (San Francisco) und Fillmore East (New York) statt
• 16.-18. Juni 1967: Monterey Pop Festival
• 5. Juli 1969: Freiluft-Konzert der Rolling Stones im Londoner Hyde Park
• 15.-17. August 1969: Woodstock Festival
• 6. Dezember 1969: Altamont- Musikfestival mit Hauptact Rolling Stones
• 1968 bis 1970: Isle of Wight Festival
• 1. August 1971: Konzert für Bangladesh
• 13. Juli 1985: Live Aid in London und Philadelphia
• 16. Januar 1988: Tina Turner Live in Rio. Anlässig ihrer World-Tour "Break Every Rule" Das bis heute größte Konzert einer Solo-Künstlerin mit 188.000 Zuschauern im Maracana Stadion, das Frau Turner einen Eintrag ins Guinnes Buch der Rekorde brachte.
• Juli 1988: Anlässlich des 70. Geburtstages des zu jener Zeit seit 24 Jahren inhaftierten Nelson Mandela findet im Londoner Wembley-Stadion ein Benefiz-Festival statt.
• 12.&13. August 1989: Moscow Music Peace Festival im Moskauer Olympia-Stadion
• 21. Juli 1990: Nur wenige Monate nach dem Mauerfall wird Pink Floyds "The Wall" auf dem Potsdamer Platz in Berlin aufgeführt.
• 28. September 1991: Am Moskauer Militärflughafen Tushino findet kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, das größte Monsters of Rock Festival der Geschichte, mit ca. 700.000 Zusehern, statt. Dabei kommt es zu mehreren Todesfällen und zu einigen Vergewaltigungen. Besonders die überforderten Sicherheitskräfte greifen hart durch. Viele der sowjet. Polizisten und Soldaten waren es nicht gewohnt, dass so viele Menschen ihren Emotionen einfach freien Lauf ließen. Es traten auf: AC DC (Headliner), Metallica, Mötley Crüe, Pantera, The Black Crowes, EST. Der Eintritt war frei.
• 20. April 1992: Freddie Mercury Tribute Concert im Londoner Wembley-Stadion
• Seit 1971 findet in Dänemark jährlich das Roskilde-Festival statt
• Das größte Open-Air-Festival Europas ist das alljährlich Ende Juni stattfindende Glastonbury Festival
• Bekannteste Open-Air-Festivals in Deutschland sind Rock am Ring (Nürburgring, Eifel), Rock im Park (Nürnberg), die beide jährlich stattfinden und jeweils die selben Bands im Aufgebot haben, sowie Southside-Festival am Bodensee und Hurricane-Festival Norddeutschland, die auch das gleiche Band-Aufgebot haben.
• Die bekanntesten Metal-Open-Airs: Wacken Open Air, Bang Your Head, Summer Breeze und das Dynamo Open Air
• In der Schweiz sind insbesondere die jährlichen Festivals Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen, Openair Gampel und Paléo Festival international bekannt und beliebt. Neu dazu gekommen ist 2005 auch das Greenfield Festival in Interlaken das sich vor allem auf Rockmusik konzentriert.
• Lollapalooza war in den Jahren 1991 bis 1997 sowie 2003 eine Festival-Tournee in den Kanada und den USA.
• Seit 1996 findet im bayrischen Rothenburg ob der Tauber das Taubertal Openair statt.
• Über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt sind die Festivals im burgenländischen Wiesen (Burgenland) wie das Forestglade, Jazzfest, Sunsplash, das Frequency Festival in Salzburg und das Aerodrome in Wiener Neustadt.
• Im mecklemburgischen Bad Doberan treffen sich jährlich zappaeske Musiker bei der Zappanale.
• 29. November 2003: Unter dem Motto 46664 fanden seither mehrfach in Südafrika, aber auch in Madrid und Tromsø, Norwegen Konzerte zu Gunsten der HIV-infizierten Menschen im südlichen Afrika statt.
• 2. Juli 2005: In mehreren Städten weltweit finden die Live 8-Konzerte unter dem Motto „Make Poverty History“ statt.
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Literatur
• Frank Laufenberg, Ingrid Laufenberg: Frank Laufenbergs Hit-Lexikon des Rock und Pop. Ullstein Tb., Oktober 2002, ISBN 3-5483-6362-8
• Christian Graf, Burghard Rausch: Rockmusiklexikon Europa, Bd. 1. Fischer Tb., Frankfurt Juli 2005, ISBN 3-5961-6428-1
• Christian Graf, Burghard Rausch: Rockmusiklexikon Europa, Bd. 2. Fischer Tb., Frankfurt Juli 2005, ISBN 3-5961-6429-X
• Christian Graf, Burghard Rausch: Rockmusiklexikon Amerika, Afrika, Asien, Australien. Fischer Tb, Frankfurt Oktober 2003, ISBN 3-5961-5869-9
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Die afroamerikanische Musiktradition
Besonders bedeutend für die Entwicklung der populären Musik in Amerika war die Rassentrennung: während die europäischstämmige Bevölkerung trotz eines amerikanischen Selbstbewusstseins in kultureller Hinsicht weitestgehend an ihren zumeist europäischen Wurzeln verhaftet blieb, waren die Afroamerikaner als Sklaven aus Afrika verschleppt und in den USA oft absichtlich von Menschen ihrer eigenen ethnischen Gruppe getrennt worden.

Da die Siedlungsstruktur in Afrika dezentral war bzw. einige Stämme auch nomadisch lebten, standen die Verschleppten in den USA nicht nur vor einer Sprachbarriere (fast jeder sprach eine andere Sprache bzw. Dialekt), sondern auch vor einem kulturellen Problem, da es kein "nationales" Liedgut gab, das allen bekannt war. Zudem war ihnen die Ausübung ihrer kulturellen Traditionen, so auch der Musik, verboten. So mussten die Sklaven nicht nur die Sprache ihrer "Besitzer" lernen (das Sprechen oder Singen in der Heimatsprache stand auf den Baumwollplantagen oft unter Strafe), sondern sich auch auf gemeinsame Inhalte verständigen, die zumeist auch noch von christlichen Missionaren beeinflusst wurden. Andererseits entwickelte sich durch diese Unterdrückung und gewaltsame Abtrennung von der Heimatkultur unter den Afroamerikanern als ersten US-Amerikanern so etwas wie eine gemeinsame neue Kultur, die aus übernommenen Elementen der europäischen Kultur in Verbindung mit afrikanischen Traditionen beruhte. Diese spielte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihres Status und ihrer sozialen Situation ersteinmal keine besondere Rolle.

Nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg, der den Sklaven zumindest formal die Freiheit der Berufswahl brachte, strömten viele der ehemaligen Sklaven von den Plantagen im Süden in die Industriezentren im Norden, um dort ihr Geld zu verdienen, ein nicht unbedeutender Teil aber ergriff auch andere "einfache" Berufe, die bei den Weißen nicht auf besonderes Interesse stießen, dazu zählte z. B. auch der Beruf des Salonmusikers, der zumeist verschiedene populäre musikalische Stile beherrschte. So mischten sich auch immer mehr Schwarze unter die zuvor rein weißen Minstrels.

Einige ehemalige Plantagenarbeiter gründeten aber auch gleich nach dem Bürgerkrieg eigene kleine Bands und kauften u.a. die ausgemusterten Instrumentenbestände der recht zahlreichen Militärkapellen auf. Daraus entwickelte sich in den ersten 20 Jahren nach dem Bürgerkrieg eine fortschreitende Dominanz von Schwarzen im Berufsmusikertum, während die weißen Musiker vornehmlich Bereiche wie die "vornehmen" klassischen Orchester besetzten. Von den Zentren wie New Orleans, das sich schon aufgrund vergleichsweise größerer Freiheiten für Afroamerikaner im 19. Jahrhundert zu einem musikalischen Zentrum entwickelt hatte, und Chicago aus gewannen die schwarzen Musiker so einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der populären Musik in den USA. Zu erkennen ist dies z.B. an den zunehmenden Imitationen von "schwarzen" Kompositionen durch weiße Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schließlich entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der erste von Schwarzen geprägte Musikstil, der quasi zum nationalen "Trend" wurde: der Ragtime. Die entstehende Jazz-Musik gilt als erste eigenständige US-amerikanische Form der populären Musik.


Ragtime
Der Ragtime (zu deutsch etwa "Fetzentakt") entstand in den 1890er Jahren aus der europäischen Kulturtradition entlehnte, auf die eigene Art interpretierte Tänzen der Afroamerikaner wie dem Cakewalk, dem Jig oder dem Strut und war ursprünglich eher als Tanzmusik konzipiert, viele frühe Ragtimes tragen auch die Taktbezeichnung "march time", sind also auch verwandt mit dem aus Europa stammenden Marsch - nicht zuletzt deshalb entstanden bereits um 1885 herum erste Ragtimes weißer Komponisten.

Als der bedeutendste Komponist des Ragtime gilt Scott Joplin, dessen erste Stücke 1895 erschienen. Ihm gelang es, aus einer Musik der Bordelle und Kneipen einen allgemein anerkannten, konzertfähigen Stil zu machen, nicht zuletzt durch seine mit dem Genie von Mozart, Chopin und Brahms verglichenen Fähigkeiten am Klavier, dem Instrument des Ragtime und überhaupt dieser Zeit.

Ein besonderer Meilenstein in der Musikgeschichte gelang ihm 1899, als er seinen "Maple Leaf Rag" veröffentlichte, dessen "sheet of music" (engl. für "Notenblatt" - man nannte die populäre Musik dieser Zeit daher auch "sheet music") sich innerhalb kürzester Zeit eine Millionen mal verkaufte - ein bis dahin nie gesehener Erfolg eines kurzen Unterhaltungsmusikstückes. Der Ragtime ging schließlich ab ca. 1916 im Blues bzw. Jazz auf.



Blues und Country
Ab ca. 1920 ließen sich auch für die einfache Bevölkerung erschwingliche in der Tonqualität für die damalige Zeit akzeptable Schallplatten und die entsprechenden Abspielgeräte herstellen. Diese Schallplatten wurden in Drogerien und Gemischtwarenläden für einige Cent verkauft, die Abspielgeräte gab es beim Möbelhändler. Besonders interessant für die nicht an das Stromnetz angeschlossenen Landbevölkerung waren Kurbelplattenspieler, die in dieser Zeit populär wurden.
Um den neuen Markt zu erschließen, wurden auch Aufnahmen von Minderheitenmusik wie die bald so bezeichnete Race Music der Afroamerikaner und den Hillbilly der weißen südstaatlichen Landbevölkerung gemacht. Im Februar 1920 erschien die erste Blues-Schallplatte, aufgenommen von Mamie Smith. Sie verkaufte so gut, daß die Musikindustrie plötzlich ein großes Interesse an den schwarzen Blues-Sängerinnen bekam, die bisher nur in den sogenannten Vaudeville-Theatern zu hören waren (man nennt den Blues der "Roaring Twenties" daher auch Vaudeville-Blues). Wie nah auch der Blues noch an den Wurzeln aus der Zeit der Sklaverei war, zeigt der neben dem "klassischen" Blues in dieser Zeit ebenfalls sehr populäre "Country Blues", der textlich und musikalisch deutlich den "work songs" bzw. "field hollers" der Plantagenarbeiter ähnelte. Um den Bedarf an Blues-Schallplatten zu decken wurden spezielle Labels von den Plattenfirmen gegründet, die zu Anfang ausschließlich schwarze Sängerinnen unter Vertrag nahmen - die bekannteste dürfte Bessie Smith sein, bei den männlichen Interpreten hat John Lee Hooker wohl den größten Ruf.

Auch die (erst später so bezeichnete) Country-Musik, die sich aus verschiedenen volksmusikalischen Stilen der europäischen Einwanderer, besonders der irischen und englischen, entwickelt hatte, wurde ab ca. 1923 als Absatzmarkt entdeckt. Die Geschäftsleute Polk Brookmann und besonders erfolgreich Ralph Peer entdeckten das kommerzielle Potential der Musik der abgelegenen Bergregionen der Appalachen. Aufgrund seiner Popularität wurde die Musik z.T. auch gefördert, um der landesweiten Begeisterung auch vieler Weißer für Ragtime Einhalt zu gebieten. Während der Großen Depression in den 1930er Jahren wurde der Country, der auch bei den Schwarzen der Südstaaten beliebt war, als vereinigende US-amerikanische Musik von staatlicher Seite popularisiert.


Swing und Rock'n'Roll
Der Swing, der seine Blütezeit (den sog. "Swing Craze") etwa zwischen 1935 und 1945 hatte, war der erste Stil der populären Musik, der die gesamte amerikanische Gesellschaft ohne Unterschiede zwischen schwarz und weiß oder arm und reich erreichte. Dies lag nicht zuletzt an dem auf Tanzbarkeit statt auf "Aussage" ausgerichteten Charakter dieses Stils. Im gewissen Sinn ist diese Musik außerdem ein Bekenntnis der US-Amerikaner zu Größe und Aufwand, manifestiert durch die Big Bands, die aus doppelt oder dreimal so vielen Musikern bestehen wie übliche Jazz-Formationen. Bei Big Bands mit 14 oder mehr Mitgliedern war die Jazz-typische Kollektivimprovisation praktisch ausgeschlossen, an ihre Stelle traten Soli einzelner Musiker, meist von bekannten "Star-Solisten". Der Swing enthält gut hörbar Elemente des Jazz, aber auch von "weißen" Musikstilen, wobei der Anteil der schwarzen Musik am Swing oft unterschätzt wird, da viele der bekannten Big Bands auch aufgrund rassistischer Beschränkungen stark weiß besetzt waren. Der bekannteste schwarze Band-Leader dürfte Duke Ellington sein, mehr bekannte Namen finden sich bei den Weißen wie z.B. Benny Goodman, Jimmy und Tommy Dorsey, Les Brown und natürlich Glenn Miller. Nicht zuletzt bedingt durch den Zweiten Weltkrieg blieb der Swing ein fast ausschließlich US-amerikanisches Phänomen, das lediglich in Großbritannien noch als "Import" gewisse Verbreitung fand.

Der Rock'n'Roll als Musikstil ist eine Synthese aus verschiedenen, unabhängig voneinander entstandenen (regionalen) Stilen, die wichtigsten sind der Rhythm and Blues und die Country-Unterstile Western Swing und der Honky Tonk. Der R&B ist im Prinzip ein Blues-Stil, der aber auch Elemente aus speziellen Jazz- und Swing-Stilen enthält und von "Vocal Groups" mit nur geringfügiger instrumentaler Begleitung (meist nur Gitarre) geprägt wurde. Die bedeutendsten regionalen Formen waren der R&B aus Chicago, der z.B. Chuck Berry beeinflusste, und die New-Orleans-Variante, deren bekanntester Vertreter Fats Domino wurde.

Der Western Swing ist eine Spielart der von der weißen Landbevölkerung der US-Südstaaten geprägten Country-Musik mit Elementen des Swing, die Ende der 1930er bekannt wurde, besonderen Auftrieb aber erst durch den ASCAP-Streit 1944 bekam. Er beeinflusste bekannte Interpreten wie Bing Crosby oder Bill Haley.
Nicht zuletzt durch den bis dahin in seinem Ausmaß ungekannten Starkult um den "King" wurde der Rock'n'Roll zum weltweiten Trend, der auch das mittlerweile vom Zweiten Weltkrieg etwas erholte Europa bzw. Deutschland ergriff, wo man sich wieder nach Unterhaltung und ("unschuldigen") Idolen sehnte. Außerdem prägte er den Jugendkult in der Popmusik entscheidend mit, da beim Rock'n'Roll die Interpreten von den Plattenfirmen erstmals hauptsächlich nach dem Kriterium der Altersnähe zum Zielpublikum ausgesucht wurden und oft nur Amateurmusiker waren. Die Entstehung des Rock'n'Roll steht in engem Zusammenhang mit den massiven gesellschaftlichen Umbrüchen dieser Zeit und markiert gemeinsam mit den Beats auch die beginnende Entwicklung der Popkultur.

Zum Rock'n'Roll zählte als kurzlebiger Trend der "Twist" Anfang der 1960er, und schließlich folgten die unter der Begriffsabspaltung "Rock" zusammengefassten Musikstile. Rock'n'Roll und nachfolgende Stile haben seitdem vorangehende Stile wie Entertainer und Schlager in der Popularität stark zurückgedrängt und bestimmen die Popmusik-Hitparaden. Seit der Kommerzialisierung des Rock'n'Roll (und somit auch der Abschwächung seines widerständigen Potentials) in den späten 1950er Jahren wurden Trends der Popmusik in Europa, aber auch der restlichen Welt nicht nur aus ästhetischen, sondern auch ökonomischen Gründen von den USA aus geprägt.



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50er:
Rock ’n’ Roll 
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