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Bob Dylan

Bob Dylan (* 24. Mai 1941 in Duluth, Minnesota, USA als Robert Allen Zimmerman) ist ein US-amerikanischer Dichter, Folk- und Rockmusiker. Bob Dylan singt, spielt Gitarre, Mundharmonika und Klavier und gilt als einer der einflussreichsten Musikschaffenden des 20. Jahrhunderts.

Er begann Ende der 1950er Jahre als Folkmusiker und wandte sich Mitte der 1960er Jahre der Rockmusik zu. Neben seiner Musik sind besonders seine Texte beachtenswert, die zu Beginn seines Schaffens von den Inhalten der Folkbewegung und einem seiner bekanntesten Vertretern Woody Guthrie, später auch von symbolistischen Dichtern wie Arthur Rimbaud oder Dylan Thomas oder auch der Bibel beeinflusst sind. Sein Leben und Werk ist von zahlreichen Brüchen und Wendungen durchzogen, die von seinem Publikum auch kritisch betrachtet worden sind, welche aber tatsächlich oft eine erhebliche Quelle der Erneuerung seiner kreativen Inspiration und der modernen Musik darstellten.

• 1 Leben
• 1.1 Kindheit und Jugend
• 1.2 Bob Dylan als Folksänger
• 1.3 Bob Dylan als Rockstar
• 1.4 Rückzug ins Privatleben
• 1.5 Scheidung und Hinwendung zum Christentum
• 1.6 Krise
• 1.7 Comeback
• 2 Bob Dylans Musik und ihr Einfluss auf die Popkultur
• 3 Diskographie
• 3.1 Alben
• 3.2 Zusammenstellungen
• 3.3 The Bootleg Series
• 4 Literatur
• 5 Weblinks


Leben

Kindheit und Jugend
Bob Dylan wurde als erstes Kind des Ladenbesitzers Abraham 'Abe' Zimmerman und seiner Frau Beatrice 'Beatty' Stone in Duluth, einer Stadt im Mittleren Westen der USA, geboren. Seine Eltern waren Nachfahren russisch-jüdischer Immigranten, die 1905 aus Odessa in die USA übergesiedelt waren. Im Februar 1946 wurde sein jüngerer Bruder David Benjamin geboren. Zur gleichen Zeit erkrankte sein Vater an Polio und verlor seine Stellung als leitender Angestellter bei Standard Oil. Um der drohenden Verarmung zu entgehen, zogen die Zimmermanns zu Verwandten nach Hibbing, wo Abe als Partner in den Elektrohandel seiner Brüder einstieg.

Bob Dylan hörte in seiner Jugend die Musik Hank Williams', Little Richards, Chuck Berrys und Buddy Hollys. Er war auch schon früh an Literatur interessiert. So begeisterte er sich unter anderem für die Bücher John Steinbecks.

Von seinen Eltern wurde sein musikalisches Talent gefördert und unter der Anleitung eines Cousins lernte er zunächst Klavier spielen, bevor er zur akustischen und auch elektrischen Gitarre wechselte. Er spielte in dieser Zeit häufig Blues-Standards nach, die er im Radio hörte. Besonders beeindruckt war er auch von den ersten Stücken von Elvis Presley und brachte sich dessen Version von Blue Moon of Kentucky auf der Gitarre bei. Dieses Stück spielte er auch noch bis 1999 auf seinen Konzerten.

In der High School traf er Gleichgesinnte, die seinen Musikgeschmack teilten, und so war er schon bald Mitglied der a-cappella Band The Jokers, die vorwiegend auf Partys auftrat. Aus ihr gingen später The Golden Chords hervor, deren Repertoire aus Cover-Versionen von Little-Richard-Stücken bestand. Mit ihr nahm Dylan an einem Talentwettbewerb in Duluth teil und war sehr enttäuscht, als der erste Preis an eine Gruppe von Pantomimen ging.

Zu dieser Zeit trat er noch unter dem Namen „Bobby Zimmerman“ auf. Da ihm seine Musik und die Auftritte immer wichtiger wurden, beschloss er, seinen Nachnamen durch einen Künstlernamen zu ersetzen. Seine Wahl fiel auf „Dylan“, eine Entscheidung, zu der er sich im Laufe seiner Karriere unterschiedlich geäußert hat. So will er sich nach der Figur des Matt Dillon aus der damals populären Fernsehserie Gunsmoke (in Deutschland: Rauchende Colts) benannt haben, aber um sich von ihr stärker abzusetzen, habe er den Namen mit veränderter Schreibweise übernommen. Eine bekanntere – und auch wahrscheinlichere – Möglichkeit ist aber, dass sich dieser Name an dem Anfang der 1950er Jahre unter Heranwachsenden sehr populären Dichter Dylan Thomas anlehnt. Er bewunderte den Dichter und besaß selber viele seiner Bücher.

Im Herbst 1959 verließ Bob Dylan nach eigenen Angaben die „Wildnis“ und schrieb sich für einen Kunststudiengang mit Hauptfach Musik an der University of Minnesota in St. Paul ein. Dort besuchte er zwar keinerlei Kurse, kam aber mit der Folkmusik von Pete Seeger, The Kingston Trio und Woody Guthrie in Berührung. Besonders Guthries Technik, einen Folk-Standard mit eigenen Texten und veränderter Phrasierung zu erneuern, faszinierte ihn. Später wandte er diese Technik selbst an.

In seiner Studienzeit reiste er mehrmals nach New York City und war sehr angetan von der Atmosphäre des Greenwich Village mit seinen Cafés, in denen regelmäßig „Open Mic“ (dt. Offenes Mikrofon)-Nächte stattfanden, bei denen jeder vor einem kleinen Publikum seine Stücke vortragen konnte.

Ende Dezember 1961 besuchte er seine Eltern und teilte ihnen mit, er wolle eine Karriere als Musiker einschlagen. Seine Eltern reagierten zunächst verärgert; sein Vater wollte ihn eigentlich in sein Geschäft einführen. Sie gaben Dylan schließlich ein Jahr, in dem er machen konnte, was er wollte. Sollte sich danach kein Erfolg einstellen, müsse er zurück in die Universität und „etwas Richtiges“ lernen.


Bob Dylan als Folksänger
Über Umwege gelangte Bob Dylan Anfang 1961 in den New Yorker Stadtteil Greenwich Village, wo er seine erste große Liebe kennenlernte; Suze Rotolo – eine Frau, die ihn nicht nur künstlerisch inspirierte, sondern auch seinen gesellschaftskritischen Blick schärfte. Sie machte ihn mit den Büchern der französischen Symbolisten Rimbaud, Verlaine und Baudelaire bekannt. Die wechselvolle Beziehung inspirierten ihn zu den sogenannten Love/Hate-Songs wie Don't Think Twice, It's All Right, Boots Of Spanish Leather oder Ballad in Plain D, mit denen er die bis dahin übliche, romantisch verklärte Form des Love-Songs revolutionierte.

Reinhören (bob-dylan.com): Don't Think Twice, Boots Of Spanish Leather, Ballad in Plain D
Greenwich Village hatte sich im Laufe der Zeit zu einem Anlaufpunkt für Künstler entwickelt. Niedrige Mieten sorgten in den 40er Jahren für einen Zulauf von Musikern, zu denen in den 50ern Beatniks kamen. Letztere wurden zunehmend politisch in ihren Werken und sorgten so für einen steten Zustrom von Besuchern aus den gesamten USA. Ihre Auftritte in den sogenannten Coffehouses waren so gut besucht, dass an den Wochenenden die Bürgersteige rund um den zentral gelegenen Washington Square überfüllt waren und für den Verkehr gesperrt werden mussten. Anfang der 60er Jahre wurde die Beatnik-Bewegung durch die Folk-Musik ergänzt und Musiker wie Fred Neil, Phil Ochs und Tom Paxton hatten im Greenwich Village ihre ersten Auftritte.

Er besuchte sein Idol, den im Krankenhaus liegenden Woody Guthrie. Guthrie befand sich bereits im Endstadium der unheilbaren Huntington-Krankheit und war ans Bett gefesselt. Da eine Unterhaltung mit ihm sehr mühselig war, spielte Dylan ihm stattdessen Guthries eigene Songs vor. Seine Bewunderung und die Eindrücke aus diesen Besuchen verarbeitete er später in Song for Woody Guthrie, einer seiner ersten Eigenkompositionen.
Nachdem er einige Zeit erfolgreich in kleinen Clubs aufgetreten war, machte er erste Schallplattenaufnahmen als Mundharmonikaspieler auf einem Album von Harry Belafonte. Der legendäre Impresario John Hammond wurde auf ihn aufmerksam und nahm ihn am 25. Oktober 1961 für das Major-Label Columbia unter Vertrag. Nach den Konditionen des Vertrages, der zunächst auf fünf Jahre angesetzt war, stand ihm ein kleiner Vorschuss und fünf Prozent der Einnahmen aus den Plattenverkäufen zu und war damit eher unvorteilhaft für Dylan. Dies kümmerte ihn aber nicht, da er nach eigenen Aussagen froh war, überhaupt einen Plattenvertrag zu erhalten.

Suze Rotolo, die große Liebe und Freundin dieser Jahre gewann im Zuge seiner ersten Erfolge einen nahen, kritischeren Blick auf Dylan: „Der Erfolg [verwandelt] meinen Freund mehr und mehr in einen Egozentriker. [...] Die Persönlichkeit verändert sich, sobald sie allen ein Begriff wird. Sie entwickeln eine unkontrollierbare Egomanie. [...] Dies kann auch bescheidensten und demütigen Personen passieren [...], es macht Klick und plötzlich kann diese Person nichts mehr wahrnehmen außer sich selbst. [...] Jeden Tag wird es schlimmer“ (Suze Rotolo).

Während sein erstes, 1962 erschienenes Album noch vornehmlich Fremdkompositionen enthielt und wenig Aufmerksamkeit erntete, brachten seine folgenden Alben The Freewheelin' Bob Dylan und The Times They Are A-Changin' Bob Dylan den Durchbruch. Sie enthielten neben einfachen, aber umso eindringlicheren Liebesliedern vor allem sozialkritische Songs. Blowin' In The Wind aus dem Album The Freewheelin' Bob Dylan traf den Nerv der Zeit und wurde – wenn auch zunächst in der Interpretation von Peter, Paul and Mary – zur Hymne einer ganzen Generation. In dem wütend-eindringlichen „Masters of War“ verfluchte Dylan den militärisch-industriellen Komplex – das einzige Hasslied, das er je schrieb. Einige Lieder wie das apokalyptische „A Hard Rain's A-Gonna Fall“ deuteten auch bereits auf das außergewöhnlich literarische Talent Bob Dylans hin. Die Arm in Arm mit Dylan auf dem Cover der LP abgebildete Frau ist seine damalige Freundin Suze Rotolo.


Joan Baez und Bob Dylan (September 1963)
Am 3. August 1963 startete seine erste große Tournee durch die USA – als Gastsänger von Joan Baez – mit der er später auch eine Liebesbeziehung begann. Baez war zu jener Zeit bereits ein großer Star und konnte leicht größere Hallen füllen. Dylan sang auf diesen Konzerten einige Duette mit Baez, nachdem sie ihn mit Begeisterung dem Publikum vorstellte. Für Dylan bedeutete diese Tour und die Verbindung eine enorme Steigerung seiner Bekanntheit. Auch finanziell lohnte sie sich – sein Manager Albert Grossman hatte für ihn eine größere Beteiligung als Joan Baez an den Einnahmen ausgehandelt, obwohl sie der Star der Tour war.
Der Erfolg Bob Dylans Anfang der 60er Jahre fiel in eine Periode des politischen und gesellschaftlichen Wandels in Amerika. 1961 wurde John F. Kennedy zum Präsidenten gewählt. Die Zeit war geprägt vom Kalten Krieg, von Rassenunruhen, aber auch von bedeutenden sozialen Reformen. Die Jugend politisierte sich zunehmend und die Bürgerrechtsbewegung trat immer selbstbewusster auf.
Bob Dylan wurde mit nicht einmal 25 Jahren eine Symbolfigur dieser emanzipatorischen Bewegung. Die Rolle eines Idols behagte ihm jedoch nicht. Er lehnte diese Rollenzuweisung vehement ab. Im Laufe seiner weiteren Karriere versuchte er immer wieder, sich der Vereinnahmung seiner Person durch seine Fans zu entziehen, am deutlichsten vielleicht im „Wedding Song“ aus dem Jahr 1974: „It’s never been my duty to remake the world at large, nor is it my intention to sound a battle charge“ (dt.: „Nie war es meine Pflicht, die Welt im Großen und Ganzen neu zu erschaffen, noch ist es meine Absicht, einen Schlachtruf erklingen zu lassen“).


Bob Dylan als Rockstar
Mitte der 60er Jahre begann Dylan, seine bis dahin fast ausschließlich solo und auf der akustischen Gitarre gespielte Musik elektrisch zu verstärken und sich von einer Band begleiten zu lassen. Der Markstein dieses Wechsels war sein Auftritt beim Newport Folk Festival 1965, der bei den puristischen Freunden der Folkmusik heftige Kritik auslöste.

Die Legende, dass er mit seiner Band vom empörten Publikum von der Bühne gebuht wurde und sich den Rest seines Auftritts alleine auf der akustischen Gitarre begleiten musste, ist allerdings inzwischen widerlegt. Vielmehr reagierte das Publikum enttäuscht auf den allzu kurzen Auftritt, denn mit seiner Begleitband hatte er nur drei Stücke geprobt, weshalb Dylan die Zugabe solo bestreiten musste.

Auf der darauffolgenden Europa-Tournee, bei der er sich von den Musikern begleiten ließ, die später unter dem Namen The Band bekannt werden sollten, stieß seine elektrisch verstärkte Musik aber auf heftige Ablehnung: 1966 wurde er bei einem Konzert für seinen vermeintlichen „Verrat“ an der Folkmusik gar als „Judas“ beschimpft (zu hören auf The Bootleg Series Vol. 4: Live 1966 (1998)). Während dieser Tournee entwickelte es sich beinahe zum Ritual, dass das Publikum Dylan und seine Band regelmäßig ausbuhte. Als Reaktion darauf gab Dylan in besagtem Konzert seiner Band trotzig die Anweisung, besonders laut zu spielen.

Dylan wurde zum Rockstar, der Millionen von Schallplatten verkaufte und von Teilen der sich zunehmend politisierenden Gegenkultur als Sprachrohr betrachtet wurde. Er begann jedoch zunehmend unter dem Druck des Erfolges zu leiden. Viele seiner alten Fans nahmen ihm seine Hinwendung zur Rockmusik übel und reagierten geradezu feindselig gegen ihn. Andere versuchten ihn für sich zu vereinnahmen. Die Presse begann einerseits ihn auf die Rolle des Idols einer Generation festzunageln, andererseits des Verrats an den Idealen der Folkbewegung zu beschuldigen.

Berühmt-berüchtigt sind die Pressekonferenzen jener Zeit, auf denen Journalisten versuchten, ihn durch - heute oft lächerlich wirkende - suggestive Fragen in die Enge zu treiben. Dylan reagierte meist auf erstaunlich schlagfertige Weise mit oft grotesk-absurden und paradoxen Antworten und ließ so die an ihn gestellte Erwartungshaltung ins Leere laufen. Gleichwohl war ihm die Anspannung und die Belastung durch das Tourneeleben und die Reaktion von Presse und Publikum deutlich anzumerken. Paradoxerweise werden viele der spontanen Aussagen Dylans aus dieser Zeit - etwa seine Selbsteinschätzung als "Song and Dance Man" - bis heute kolportiert. Nach seiner Tour im Jahr 1966 sollte er über ganze acht Jahre keine weitere Tour mehr unternehmen.

Seinen Wandel vom Folksänger zum Rockmusiker vollzog er auf drei Alben, die er in kurzer Folge Mitte der 1960er Jahre veröffentlichte. Auf der zweiten Seite der LP Bringing It All Back Home befinden sich noch ausschließlich akustisch eingespielte Songs, die A-Seite der LP bestritt Dylan aber bereits mit einer Band. Die zwei folgenden Alben, Highway 61 Revisited und die Doppel-LP Blonde On Blonde enthalten fast ausschließlich elektrisch verstärkte Rocksongs. Like A Rolling Stone von erstgenannter LP schaffte es im Jahr 1965 auf Platz 2 der Billboard-Single-Charts. Das Lied wurde später von der Zeitschrift „Rolling Stone“ zum „greatest song of all time“ gekürt. Diese drei LPs gelten heute als Klassiker der Rockmusik.

Vor allem sprachlich erreichten seine Lieder auf diesen Platten eine Komplexität, wie sie in der populären Musik bislang unerreicht war. Seine Texte waren gespickt mit Metaphern und literarischen Verweisen, auch Anspielungen auf Drogenerfahrungen tauchten auf.

Typisch für diese Periode waren jedoch auch ausufernde, surrealistisch anmutende Wort-Jonglagen, die Bob Dylan in der Art des Stream of Consciousness verfasst hat. Sie prägen auch das Buch „Tarantula“, das er 1965 verfasste, das aber erst 1971 erschien, sowie die längeren Texte und Prosagedichte, die er gelegentlich auf den Rückseiten seiner LP-Cover veröffentlichte. Am berühmtesten waren hier wohl die „Eleven outlined epitaphs“ von 1964, die 2003 mit einer Übersetzung von Wolf Biermann auch in Buchform erschienen. Dylan wurde damals stark von den Dichtern der Beat Generation wie Jack Kerouac beeinflusst. Mit Allen Ginsberg verband ihn zu dieser Zeit ein freundschaftliches Verhältnis.

Ende 1965 heiratete er das Fotomodell Sara Lowndes. Die Hochzeit wurde vor der Öffentlichkeit geheimgehalten. Seine Ehefrau brachte eine Tochter aus erster Ehe, Maria, in die Verbindung mit. Dylan wurde so mit Mitte 20 plötzlich Familienvater. Auch weiterhin schirmte er sein Privatleben strikt gegen die Öffentlichkeit ab. Der wohl bekannteste der zahlreichen Songs, die er, von seiner Beziehung zu Sara inspiriert, schrieb, ist Sad-Eyed Lady Of The Lowlands, welcher auf der Doppel-LP Blonde On Blonde eine ganze der insgesamt vier Plattenseiten einnimmt. Dies bekannte er quasi öffentlich nach der Trennung von seiner Frau im Jahr 1975 mit dem Song Sara auf dem Album Desire. Bob Dylan war und ist auch ansonsten äußerst zurückhaltend, ja abwehrend, was Angaben zu möglichen Adressaten seiner Lieder und Interpretationen der Inhalte seiner Texte betrifft.

Rückzug ins Privatleben
Nach einem Motorrad-Unfall Ende Juli 1966 zog er sich für zwei Jahre völlig aus der Öffentlichkeit zurück. Die Schwere des Unfalls liegt bis heute im Unklaren. Er ermöglichte Dylan jedoch letztendlich die radikale Abkehr von einem Lebensstil, welcher – diktiert von einem übervollen und kräfteraubenden Terminkalender und seiner damals außerordentlichen künstlerischen Produktivität – nahezu eine komplette gesundheitliche und mentale Erschöpfung provoziert hatte.

Dylan lebte nun in dem kleinen Ort Woodstock in der Nähe von New York, widmete sich in dieser Zeit vornehmlich seiner Frau Sara und den gemeinsamen Kindern und trat auch in den folgenden Jahren nur vereinzelt auf. Im ersten Teil seiner Autobiografie „Chronicles“ sagt Dylan, dass er sich damals ein einfaches Leben mit einem Job von 9-bis-5 wünschte. Musikalisch orientierte er sich in dieser Zeit an der Country-Musik. Es entstanden zwei Alben, die er teilweise in Nashville aufnahm: das spartanische John Wesley Harding und das für seine Verhältnisse sehr gefällige Nashville Skyline, auf dem er auch mit dem Countrymusiker Johnny Cash zusammenarbeitete. Die Platte wurde zu Dylans bis dahin größtem kommerziellen Erfolg. Dylan wurde damit zu einem Wegbereiter der Akzeptanz der bis dato als reaktionär verpönten Countrymusik im Rocklager und – neben Buffalo Springfield/Neil Young, den Byrds und Gram Parsons – einer der Wegbereiter des Country-Rock.

Mit den Musikern der Band nahm er im Keller eines alten Hauses in Woodstock ein Sammelsurium teils fast vergessener Songs der US-amerikanischen Rootsmusik (Blues, Folk und Country) auf, die jahrelang als Bootlegs kursierten, bevor sie 1975 offiziell und stark gekürzt unter dem Titel „The Basement Tapes“ veröffentlicht wurden. Häufig werden die Lieder dieser Zeit als ein Bekenntnis Dylans zu den Freuden des einfachen Lebens als Familienvater gedeutet. Von vielen seiner alten Fans wurde ihm dafür jedoch erneut Verrat an den Idealen der Gegenkultur vorgeworfen.

Im Jahr 1970 wurde sein Sohn Jakob geboren. Er hat außerdem drei weitere Kinder: Anna, Jesse und Samuel.

Sein Doppelalbum Self Portrait aus dem Jahr 1970 erschien vielen seiner Fans als eine lieblose Sammlung uninspirierter Songs und eine seiner schlechtesten Platten. Bob Dylan bezeichnete die Veröffentlichung später als den Versuch eines Befreiungsschlags, mit dem er die von ihm als bedrückend empfundene Erwartungshaltung seines Publikums zerstören wollte.

In der Folgezeit veröffentlichte er einige als respektabel, aber nicht herausragend betrachtete Platten und spielte eine kleine Rolle in Sam Peckinpahs Western Pat Garrett jagt Billy The Kid an der Seite von Kris Kristofferson und James Coburn. Er schrieb außerdem die Musik zu diesem Film, darunter das ebenso hymnische wie desillusionierte Knockin' on Heaven's Door.

Scheidung und Hinwendung zum Christentum
Mitte der 1970er Jahre begann Dylans private Idylle jedoch zu bröckeln, als seine Ehe in eine Krise geriet.
Im Jahr 1975 veröffentlichte Dylan Blood On The Tracks. Das Album wird seither als Dylans künstlerische Verarbeitung der Trennung von seiner Frau Sara interpretiert. Bob Dylan selbst hat jedoch immer wieder einen direkten Zusammenhang bestritten. Für viele war dies eines seiner besten Alben. Für die Mehrzahl unter diesen vielen war Tangled Up In Blue („Ohne Weg und Ziel“) auf diesem Album der beste Song, den Bob Dylan jemals geschrieben hat.

1975/76 startete er das Projekt der Rolling Thunder Revue, eine Art musikalischer fahrender Zirkus, mit zahlreichen Musikern, die oft nur kurzfristig angekündigt an verschiedenen Orten der USA Station machte. Die Platte Desire, auf der Songs aus dieser Zeit veröffentlicht wurden, sang Dylan im Duett mit Emmylou Harris.

Sie war ein großer kommerzieller und künstlerischer Erfolg. Besonders bekannt wurde der Song Hurricane über den Boxer Rubin Carter, dessen Karriere durch ein rassistisch motiviertes juristisches Fehlurteil beendet worden war. Mit dem wehmütigen Lied Sara setzte er seiner ehemaligen Frau ein Denkmal. Der vierstündige Kinofilm Renaldo & Clara, der die Tour dokumentierte und bei dem Dylan selbst Regie führte, wurde jedoch von der Kritik verrissen und floppte an den Kinokassen.

Im Jahr 1977 wurden Bob und Sara Dylan geschieden.
Auf einer erfolgreichen Welttournee im Jahr 1978 hat Dylan nach eigenen Angaben ein religiöses Erweckungserlebnis, als jemand aus dem Publikum ein kleines silbernes Kreuz auf die Bühne warf. Er wandte sich daraufhin dem Christentum zu und veröffentlichte von 1979 bis 1981 drei christlich inspirierte Alben (Slow Train Coming, Saved und Shot of Love) und predigte bei Auftritten von der Bühne herab.

Diese erneute Wendung in Bob Dylans Musik konnte jedoch ein großer Teil seines Publikums nicht nachvollziehen. Er war daraufhin teilweise harscher Kritik ausgesetzt. Dennoch erhielt er für den Song Gotta Serve Somebody seinen ersten Grammy.

Krise
Die 1980er Jahre waren für Bob Dylan künstlerisch wenig inspirierend. Seine Musik wirkte teilweise orientierungslos. Er veröffentlichte zwar weiterhin regelmäßig Alben. Diese stießen bei Kritik und Publikum jedoch auf eher verhaltene Resonanz. Er erreichte in dieser Zeit einen künstlerischen Tiefpunkt.

In der zweiten Hälfte der Dekade hatte Dylan außerdem mit einem Alkoholproblem zu kämpfen. Die Auftritte in dieser Zeit verliefen teilweise chaotisch. Bei seinem Auftritt auf dem Live Aid Konzert zu Gunsten der hungernden Bevölkerung Äthiopiens fiel er mit der Bemerkung unangenehm auf, er würde sich eine ähnliche Veranstaltung auch zu Gunsten der Not leidenden amerikanischen Farmer wünschen. Diese Aussage wurde zwar von vielen als unangebracht betrachtet, aber sie führte zur Organisation des Benefiz-Konzertes Farm Aid am 22. September 1985 in Champaign, Illinois.

Am 4. Juni 1986 heiratete er Carolyn Dennis, eine seiner zahlreichen farbigen Background-Sängerinnen, mit denen er damals – oft auch gleichzeitig – zusammen war. Eine gemeinsame Tochter war am 31. Januar 1986 zur Welt gekommen. Die Hochzeit und die Geburt wurden vor der Öffentlichkeit und Bekannten geheim gehalten und nur wenige enge Freunde des Paares wussten davon. Erst 2001 wurde sie in einer Biographie von Howard Sounes publik gemacht. Die Ehe wurde Anfang der 90er geschieden.

1988 gründete Bob Dylan die Supergroup Traveling Wilburys mit Jeff Lynne, Tom Petty, Roy Orbison und George Harrison. Seit demselben Jahr befand er sich auf der inoffiziell so bezeichneten Never Ending Tour, die ihn schon mehrmals um den Erdball geführt hatte.

Dabei gab er im Schnitt über 100 Konzerte pro Jahr. Als besondere Eigenheit von Dylan gilt seit jeher, dass er bei seinen Konzerten kein Wort verliert und sich allein auf das Singen und Musizieren beschränkt. Ausnahme: das Vorstellen der Bandmitglieder. Jedes Konzert Bob Dylans der vergangenen Jahrzehnte (seit den Anfängen ca. 4000) wurde als sogenanntes Bootleg illegal mitgeschnitten und wird in Fankreisen von „Tape Tradern“ kostenlos getauscht.

Im gleichen Jahr wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, sein Laudator war Bruce Springsteen, der zu Beginn seiner Karriere selber als „Neuer Dylan“ bezeichnet wurde.

Im Jahr 1989 gelang ihm mit dem von Daniel Lanois in New Orleans produzierten Album Oh Mercy eine Rückkehr zu alter Form.

1991 wurde Dylan ein weiterer Grammy für sein Lebenswerk verliehen.
In den neunziger Jahren veröffentlichte Bob Dylan über einen längeren Zeitraum keine neuen Kompositionen. 1992 und 1993 erschienen lediglich zwei Alben mit Aufnahmen traditioneller Folk- und Bluessongs, die er solo, nur begleitet von Gitarre und Mundharmonika, einspielte.


Comeback
Am 14. August 1994 trat Dylan auf dem Woodstock II-Festival auf, einer Neuauflage des legendären Festivals von 1969. Sein Auftritt wurde zur Überraschung vieler Beobachter von dem überwiegend jugendlichen Publikum euphorisch aufgenommen. Im November 1994 nahm er ein Live-Album für die MTV Unplugged-Reihe auf. Er wollte darauf zunächst alte Country- und Blues-Stücke spielen, wurde von den Produzenten aber aufgefordert, statt dessen einige seiner größten Hits zu spielen. Dylan gab nach und das Album wurde eines seiner finanziell erfolgreichsten Alben und erreichte den 23. Platz der US-amerikanischen Alben-Charts.

Der Verlag Random House veröffentlichte in dem selben Jahr unter dem Titel Drawn Blank einen Bildband mit Zeichnungen von Bob Dylan, die er zwischen 1989 und 1992 angefertigt hatte. Sie zeigen seine Eindrücke vom Tourleben – Straßen, Hotelzimmer und Diners. Im Vorwort erwähnt er, dass das Zeichnen für ihn eine Möglichkeit ist, dem Alltagsleben zu entfliehen und zu entspannen.

1996 löste er bei seinen Fans Verärgerung aus, als er sein Lied The Times They Are A-Changin in Werbespots der Bank of Montreal und der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Coopers & Lybrand verwenden ließ. 2004 trieb er dies noch weiter, indem er in einer Werbung von Victoria's Secret nicht nur das Lied Love Sick verwenden ließ, sondern auch als Akteur auftrat.

Erst 1997 veröffentlichte Dylan nach sieben Jahren erstmals wieder neue eigene Songs. Mit dem abermals von Daniel Lanois produzierten, düsteren Album Time Out Of Mind erlebte er ein erfolgreiches Comeback. Für diese Platte erhielt er drei Grammys, unter anderem für den Song Cold Irons Bound. Mit dem Song Things Have Changed für den Film Die Wonder Boys gewann er im Jahr 2001 den Golden Globe und den Oscar für den besten Filmsong.
Im gleichen Jahr erhielt er den inoffiziellen Nobelpreis für Musik, den Polar Music Prize.

Am 11. September 2001 erschien „Love And Theft“, eine von Publikum und Kritik begeistert aufgenommene Platte. Auf diesem Album unternahm er eine Reise zu den Wurzeln der amerikanischen Musik.

2003 erschien der Spielfilm Masked & Anonymous, für den Dylan zusammen mit Larry Charles das Drehbuch schrieb und die Hauptrolle übernahm. Für die Rollenbesetzung konnte eine illustre Schar von Hollywoodgrößen gewonnen werden.

Im Oktober 2004 erschien der erste Teil seiner auf drei Teile angelegten Autobiografie Chronicles: Volume One (Simon & Schuster), in Deutschland unter dem Titel „Chronicles – Die 1960er Jahre“. Gleichzeitig wurden auch seine Texte unter dem Titel Lyrics neu aufgelegt, in Deutschland mit einer neuen – wortgetreueren – Übersetzung. Zur Vermarktung des Buches gab er im Dezember 2004 sein erstes Fernseh-Interview seit 19 Jahren.

Am 26. und 27.September 2005 wurde auf dem amerikanischen Sender PBS der Film „No Direction Home: Bob Dylan“ im Zuge der Serie „American Masters“ ausgestrahlt. Die Dokumentation über die Jahre 1959–1966 wurde von Star-Regisseur Martin Scorsese produziert. Für den Film wurden hunderte Stunden unveröffentlichten Materials gesichtet und ein Interview mit Dylan geführt. Der im August 2005 erschienene Soundtrack zu der Dokumentation stellt gleichzeitig den siebten Teil der „Bootleg Series“ dar.

Ab März 2006 wird Dylan - wie schon so oft - Neuland betreten und beim amerikanischen Radiosender XM Satellite Radio Moderator einer eigenen, einstündigen Sendung werden. Er wird selber die Musik für die Shows auswählen und Interviews mit Musikerkollegen führen.


Bob Dylans Musik und ihr Einfluss auf die Popkultur
Bob Dylan hat die Entwicklung der Popmusik seit den 60er Jahren beeinflusst wie kaum ein anderer Musiker. Er schöpft aus dem riesigen Fundus traditioneller, populärer amerikanischer Musik von Folk über Country bis zu Gospel, Blues und Rock'n'Roll. Dieses Erbe der sogenannten Americana bildet über seine gesamte Karriere den Nährboden seines Werks.

Obgleich er sich diese Idiome teilweise erst im Laufe seiner Karriere angeeignet hat, ist es ihm immer wieder gelungen, diese entscheidend zu transformieren und zu erweitern. Eins seiner größten Verdienste ist hierbei, dass er mit einer starken Hinwendung auf die Texte seiner Lieder der modernen Rockmusik eine sprachliche Komplexität gegeben hat, wie sie bis dahin kaum denkbar war.

War die Rockmusik vor ihm vor allem durch triviale Liebeslieder geprägt (ein Sammler und Freund von Dylans Werken beschrieb diese Phase einmal sehr zutreffend als "Liebe und Triebe"), so wurde sie mit Dylan nicht nur, angelehnt an die sozialkritische Tradition der Folkmusik, politisch, sondern auch zu einem Medium ernst zu nehmender Poesie. Dylan etablierte den Popsong als ein Medium, mit dem individuelle Erfahrungen verarbeitet und mitgeteilt werden können. Einige Texte Dylans gelten als Werke von höchstem literarischem Rang und waren Gegenstand intellektueller Diskussionen. Damit hat Dylan einen bedeutenden Beitrag zur Etablierung populärer Rockmusik als ernst zu nehmende Kunstform geleistet.

Seit 1996 wurde er auch immer wieder als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gehandelt, eine von dem Schriftsteller John Bauldie und Allen Ginsberg geleitete Kampagne führte 1996 zu einer offiziellen Nominierung von Bob Dylan. Unterstützt wurde sie von dem Literaturprofessor Gordon Ball, der die Texte von Dylan in ihrem „außergewöhnlich einfallsreichem Symbolismus“ mit Arthur Rimbaud und William Butler Yeats vergleicht.

Dylans Hinwendung zu komplexen Texten und einer individuellen Spielweise der Rockmusik Mitte der 60er Jahre fanden etwa zeitgleich mit nicht minder bedeutenden Innovationen anderer Popmusiker statt: In England nahmen The Beatles mit Rubber Soul und Revolver zwei Alben auf, die sich sowohl musikalisch als auch textlich deutlich von dem bis dahin üblichen Niveau der gängigen Popmusik abhoben.

In den USA experimentierten The Velvet Underground mit neuen musikalischen Formen und verarbeiteten literarische Themen in ihren Texten. Selbst Brian Wilson von den Beach Boys – also eigentlich ein Musiker, der bis dahin auf naive Popsongs abonniert war – veröffentlichte gegen den Widerstand seiner Plattenfirma das Album Pet Sounds, das in seiner musikalischen Komplexität vieles der damals üblichen, seichten Popmusik in den Schatten stellte und ungewöhnlich melancholische und nachdenkliche Töne anschlug. Mit Dylan und diesen anderen, kaum weniger herausragenden Künstlern, erhielt die sich formierende und immer selbstbewusster artikulierende Gegenkultur auch eine künstlerische Stimme.

Dylan verwirklichte seine sich immer wieder wandelnden musikalischen und textlichen Vorstellungen – von idealistischen, explizit politischen Folksongs über surrealistische Rocknummern und sentimentalen Countrysongs bis zu gospeligen Predigten in Liedform – zwar durchaus mit Unterstützung seiner Plattenfirma, aber teilweise gegen den geradezu erbitterten Widerstand seiner angestammten Fangemeinde. Daran wird deutlich, inwieweit Dylan zur Rolle des populären Rockmusikers als autonomer Künstler beigetragen hat.

Bob Dylan hat immer wieder betont, wie wichtig traditionelle Folkssongs für seine Entwicklung waren und sind. Oft zog er seine Inspiration aus Liedern aus Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg oder noch älteren Ursprungs, die längst aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden waren. Die dort verarbeiteten Mythen und Legenden der amerikanischen Kultur bilden einen Grundpfeiler seines Schaffens als Songwriter. Der Autor Greil Marcus hat diesen Zusammenhang in seinem Buch Basement Blues ausführlich dargestellt.

Deutlich erkennbar wurde dies bereits auf seiner ersten LP, auf der er größtenteils traditionelle Songs spielte. Aber auch später trat dies immer wieder offen zu Tage, so auf The Basement Tapes und den beiden Anfang der 90er Jahre veröffentlichten Soloalben, aber auch auf seiner bislang letzten Platte Love And Theft. Das dort enthaltene Stück High Water (For Charlie Patton) bezog sich explizit auf einen Blues-Song aus den 20er Jahren, der von der desaströsen und folgenreichen Mississippi-Flut von 1927 erzählt.

So wie es in diesen alten Liedern der amerikanischen Folklore durchaus üblich war, in den Texten reale Ereignisse zu thematisieren, so greift auch Dylan solche Themen in seinen Songs auf. Dies waren – vor allem in seiner frühen Karriere – sozialkritische Themen, später zunehmend auch persönliche Erfahrungen.

Es ist zwar inzwischen geradezu üblich, Bob Dylans Qualitäten als Texter hoch zu loben. Es darf darüber aber nicht vergessen werden, dass Dylans Qualitäten in erster Linie in seiner Fähigkeit als Songwriter und Musiker liegen. Zwar ist er keineswegs ein besonders fähiger Instrumentalist. Auch hatte er nie eine dem klassischen Schönheitsideal genügende ausgebildete Singstimme. Sein Erfindungsreichtum als Komponist ist jedoch herausragend. Songs wie Mr. Tambourine Man, All Along The Watchtower, Lay Lady Lay, Knockin' On Heaven's Door und andere sind nicht zuletzt auch wegen ihrer prägnanten und eingängigen Melodien zu Klassikern und geradezu populärem Liedgut geworden.

So viele Wandlungen die Musik Bob Dylans durchlaufen und so viele Häutungen er selbst durchgemacht hat, so beständig war und ist die Dominanz seiner Stimme in seiner Musik. Dabei sind seine Qualitäten als Sänger nicht unumstritten: Einige Kritiker schätzen seine ausdruckstarke, absichtlich „unschöne“ Art zu singen, seine ungewöhnliche Phrasierung voller rhythmischer Verschiebungen, seinen unverwechselbar selbstbewußt meckernden Sound; andere fühlen sich gestört, dass Dylan, ursprünglich wohl um die traditionellen Blues- und Folksongs seiner ersten Platten glaubwürdiger klingen zu lassen, mit einer künstlich aufgerauten, sozusagen verstellten Stimme singe, ja die Zeitschrift „Time“ höhnte in den sechziger Jahren, seine Stimme klänge „als käme sie über die Mauern eines Tuberkulose-Sanatoriums“. Dies änderte sich vorübergehend während seiner Country-Phase, als er beinahe glatt klang – nicht zuletzt deshalb, weil er zwischenzeitlich das Rauchen aufgegeben hatte. Über die Jahre ist seine Stimme allerdings deutlich gealtert, so dass sie inzwischen einen geradezu krächzenden Klang hat, der ihr aber durchaus Charakter und Ausdruck verleiht.

Seine Songs sind von zahlreichen Musikern aufgenommen worden. Hierzu gehören Joan Baez, The Byrds, Van Morrison, Johnny Cash, Jimi Hendrix, Bryan Ferry und sogar Elvis Presley. Zahlreiche Lieder Bob Dylans sind nicht durch ihn selbst, sondern durch die Aufnahmen anderer Musiker populär geworden, was auch an seiner wenig massenkompatiblen Stimme liegen mag. Dies sind z.B. It's All Over Now, Baby Blue in der Fassung von Them, Mr. Tambourine Man von den Byrds, Blowin' In The Wind von den Hollies, All Along the Watchtower in der Version von Jimi Hendrix oder Quinn The Eskimo und Father Of Night in den Interpretationen von Manfred Mann.

Für viele Musiker ist Bob Dylan ein prägender Einfluss gewesen. Dies sind unter anderem Van Morrison, The Beatles, Steely Dan, Bruce Springsteen und Nick Cave. Auch der deutsche Musiker Wolfgang Niedecken und der österreichische Liedermacher Wolfgang Ambros, der einige der frühen Songs Dylans ins Deutsche übersetzt hat, zählen Bob Dylan zu ihren erklärten Vorbildern.

Im Film Dangerous Minds von 1995 werden seine Texte von einer Lehrerin dazu benutzt, angeblich „schwererziehbare“ Jugendliche in Poesie zu unterrichten.


Diskographie


Alben
• Bob Dylan (1962)
• The Freewheelin' Bob Dylan (1963)
• The Times They Are A-Changin' (1964)
• Another Side of Bob Dylan (1964)
• Bringing It All Back Home (1965)
• Highway 61 Revisited (1965)
• Blonde on Blonde (1966)
• The Basement Tapes (1967, veröffentlicht 1975 / mit The Band)
• John Wesley Harding (1967)
• Subterranean Homesick Blues (1967)
• Nashville Skyline (1969)
• Self Portrait (1970)
• New Morning (1970)
• Pat Garrett And Billy The Kid (1973)
• Dylan (1973)
• Planet Waves (1974, mit The Band)
• Before The Flood (1974, live, mit The Band)
• Blood On The Tracks (1974)
• Desire (1975)
• Hard Rain (live, 1976)
• Street Legal (1978)
• At Budokan (live, 1979)
• Slow Train Coming (1979)
• Saved (1980)
• Shot Of Love (1981)
• Infidels (1983)
• Real Live (live, 1984)
• Empire Burlesque (1985)
• Knocked Out Loaded (1986)
• Dylan & The Dead (1988, live, mit The Grateful Dead)
• Down In The Groove (1988)
• Oh Mercy (1989)
• Under The Red Sky (1990)
• Good As I Been To You (1992)
• World Gone Wrong (1993)
• MTV Unplugged (live, 1995)
• Time Out of Mind (1997)
• Love and Theft (2001)
• Live at The Gaslight 1962 (2005)
• Live at Carnegie Hall 1963 (2005)
[Bearbeiten]

Zusammenstellungen
• Bob Dylan's Greatest Hits (1967)
• Bob Dylan's Greatest Hits Vol. 2 (1971)
• Masterpieces (1978, nur in Japan, Australien und Neuseeland veröffentlicht)
• Biograph (1985)
• The 30th Anniversary Celebration (1993)
• Bob Dylan's Greatest Hits Vol. 3 (1994)
• The Best Of Bob Dylan (1997)
• The Essential Bob Dylan (2000, als „Special Limited Edition“ veröffentlicht)
• Bob Dylan Live 1961–2000 (2001)

The Bootleg Series
Offizielle Veröffentlichungen von Archivmaterial, das lange Zeit nur als Bootleg erhältlich war
• The Bootleg Series Vol. 1–3 (1991)
• The Bootleg Series Vol. 4: Live 1966 (1998)
• The Bootleg Series Vol. 5: Live 1975 (2002)
• The Bootleg Series Vol. 6: Live 1964 (2004)
• The Bootleg Series Vol. 7: No Direction Home (2005)


Literatur
• Bob Dylan: Tarantula (1965), Hannibal, Verlagsgruppe Koch, St. Andrä/Wördern 1995 ISBN 3854451008
• Bob Dylan: Eleven outlined epitaphs (1963)/Elf Entwürfe für meinen Grabspruch, Englisch/Deutsch mit Übersetzungen von Wolf Biermann, Kiepenheuer und Witsch, Köln 2003 ISBN 3-462-03306-9
• Bob Dylan „Texte und Zeichnungen“. Gegenüberstellung der englischen Texte ins Deutsche. Deutsch von Carl Weissner. Verlag Zweitausenundeins, 1975.
• Marcus, Greil: The Old, Weird America: The World of Bob Dylan's Basement Tapes, Picador, 2001, ISBN 0312420439 (auch unter dem Titel: „Invisible Republic“ erschienen) (englisch)
• Marcus, Greil: Like A Rolling Stone: Bob Dylan at the Crossroads, PublicAffairs, 2005 ISBN 1586482548 2005 (englisch)
• Graf, Christof: Man on the Road, editions Phi, Esch 1999 ISBN 2-88865-177-8
• Heylin, Clinton: Bob Dylan: Behind The Shades Take Two, Penguin Books, London 2001 ISBN 0-140-28146-0 (englisch)
• Shelton, Robert: „Bob Dylan: Sein Leben und seine Musik“. Goldmann Verlag,1988 ISBN 3-442-32541-2 (deutsch)
• Sounes, Howard: Down the Highway: The Life of Bob Dylan. Black Swan, London 2001 ISBN 0-552-99929-6 (englisch)
• Sam Shepard „Rolling Thunder. Unterwegs mit Bob Dylan“. S. Fischer Verlag, 2005 ISBN 3-10-074431-4.


Weblinks


Wikiquote: Bob Dylan – Zitate
• Literatur von und über Bob Dylan im Katalog der DDB
• Offizielle Seite (englisch) mit allen Texten und kurzen Hörproben aller Dylan-Songs
• Deutschsprachige Fanseite
• Aktuelle Nachrichten rund um Bob Dylan (englisch)
• Linkverzeichnis (englisch)
• Chronik/Lebenslauf (deutsch)
• Sehr umfangreiche Fanseite aus Österreich (deutsch)
• Pressemitteilung zu seiner Nobelpreis-Nominierung (englisch)
• Paramount.de – Informationen zur „No Direction Home“ DVD



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