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Diatonische Tonleitern

Das klassische Dur/Moll System



Seit dem 18. Jahrhundert beherrschen zwei Tonleitern die Musik der westlichen Welt. Die Dur- und die Moll- Tonleiter, welche auch als diatonische Tonleitern bezeichnet werden. Sie werden auch heptatonische Toleitern (Heptatonik) genannt, womit ausgesagt wird, daß sie aus sieben verschiedenen Tönen bestehen. Wegen ihrer Vorherrschaft in der klassischen Musik und der westeuropäischen Volksmusik glaubt so mancher Zeitgenosse es gäbe gar keine anderen...


Dur


  •    Die Dur-Tonleiter  
                   
    Die Dur- Tonleiter zeichnet sich vor allem durch den hellen, oft mit fröhlichen Gefühlen assozierten Klang der großen Terz (3.Ton) und der vorwärtsstrebenden großen Septim (7.Ton) = Leitton aus. Nahezu alle fröhlichen Volks- und Kinderlieder, aber auch hell und leicht klingende klassische Werke, Folk- und Popsongs bauen auf der Durtonleiter auf.

Moll


Musik die im klassischen Sinn in einer Moll-Tonart komponiert wurde, bedient sich aus dem Tonvorrat drei verschiedener Moll- Tonleitern. Je nachdem ob es Melodien sind die aufwärts oder abwärts geführt werden oder ob Akkorde komponiert werden, wechselt man im Tonvorrat dieser drei Tonleitern hin und her. Alle Moll- Tonleitern unterscheiden sich von der Durtonleiter durch die kleine Terz (3.Ton), die für den deutlich weicheren, dunkleren Klang gegenüber der Durtonleiter verantwortlich gemacht werden kann.

  •    Die natürliche Moll- Tonleiter     
                   

  • Die natürliche Molltonleiter besitzt neben der kleinen Terz eine kleine Sexte (6.Ton) und eine eine kleine Septim (7.Ton). Die kleine Sexte hat im Gegensatz zur großen Sexte der Durtonleiter, die eine fröhliche, vorwärtsstrebende Wirkung hat, eine sehr weiche dunkle Klangfarbe. Die kleine Septim hält die Tonleiter in der Schwebe, sie hat nicht die leittonmäßige, zum Grundton hinstrebende Wirkung der großen Septim der Durtonleiter. Das fehlen dieses Leittons bereitete Komponisten einiges Kopfzerbrechen. Sie vermissten zielstrebige Linien zum Tonzentrum, die für gute Schlußwirkungen gebraucht werden. Deshalb erhöhten sie kurzerhand den 7.Ton zur großen Septim und erfanden die "harmonische Molltonleiter".



  •      Die harmonische Molltonleiter  
              
      
  • Eine erstaunliche Wirkung, man denkt bei dieser Tonleiter sofort an Musik aus Osteuropa, oder dem arabischen Raum. Diese Wirkung erhält die harmonische Moll- Tonleiter vor allem durch den übermäßigen Tonschritt zwischen dem 6. und 7. Ton, der zu dem noch von zwei Halbtonschritten eingerahmt ist. Das ist tatsächlich eine typische Struktur von Melodien aus Osteuropa, dem arabischen Raum, in der Musik der Sinti und Roma, und im Flamenco. In der klassischen westlichen Musik waren Melodien dieser Struktur allerdings undenkbar! Deshalb verwendete man die Tonleiter lediglich als Tonvorrat für Akkorde, für Melodien erfand man eine weitere Tonleiter die den übermäßigen Tonschritt durch Erhöhung des 6. Tons wieder ausglich:


          Die melodische Moll-Tonleiter     
                     
    Die erwünschten zwingenden Schlußwendungen waren nun auch in moll möglich, machten aber nur Sinn, wenn die Melodie tatsächlich aufwärts in den Grundton geführt wurde. Bei abwärts führender Melodie benutzte man die natürliche Molltoleiter.







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