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Intervalle


Der Abstand zwischen zwei Tönen wird Intervall genannt. Intervalle sind grundlegend für alle musikalischen Strukturen (Tonleitern, Akkorde, etc.). Hört euch jedes Intervall an und achtet auf die Wirkung jedes Tonsprungs. Ihr könnt dies ganz leicht auf der Gitarre nachvollziehen. Spielt zuerst die leere Saite und prägt euch diesen Ton gut ein. Dann greift Ihr mit einem Finger der linken Hand die 1 (oder jede andere Zahl zwischen 1 und 11) und schlagt an. Nun vergleicht Ihr den gegriffenen Ton mit der Leersaite.



0-1 · 0-2 · 0-3 · 0-4 · 0-5 · 0-6 · 0-7 · 0-8 · 0-9 · 0-10 · 0-11 · 0-12






Vielleicht erkennt ihr mit den verschiedenen Intervallen schon manchen Liedanfang?


Ein paar Beispiele:

Alle meine Entchen: 0-2-4-5-7-7...

Smoke on the water: 0-3-5-0-3-6-5...

ABC, die Katze lief im Schnee: 0-4-7-5-4-4-2-2-0...

Die Kleine Nachtmusik: 0-5-0-5-0-5-0-5-9-12...

Maria (West Side Story) 0-6-7-0-6-7-0-6-9-7-6-7...

Spiel mir das Lied vom Tod (Gitarrenthema): 0-7-2-2-3-2-0-2-0...

Schicksalsmelodie: 8-0-0-8-8-0-0-8-8-0-1...

My Way: 0-9-0-9-7-9-0-9-7-9-0-9-7-7-6...

aus Moonriver: ...0-11-9-7-5-7-0-2...


Sicher habt Ihr schnell festgestellt, dass jedes Intervall einen eigenen Klangcharakter besitzt. Manche Intervalle klingen sehr harmonisch zusammen, andere erzeugen eine Spannung, die mancher als "schräg" oder "falsch" empfindet. Dabei ist kein Intervall "falsch"!
Ich vergleiche die Klangpalette der verschiedenen Intervalle gerne mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen. Süß, sauer, scharf, salzig, mild, bitter etc. Hart - weich ; hell - dunkel ; kalt - warm.... sind gute Bilder um die unterschiedlichen Klangqualitäten zu charakterisieren.

Die musikalischen Fachbegriffe für eine klangliche Einordnung und Unterscheidung der verschiedenen Intervalle sind: konsonant = zusammenklingend und dissonant = auseinanderklingend.






Die Intervalle im Zusammenklang

Bisher habt Ihr die Intervalle als Tonsprünge gespielt. Ihre klangliche Qualität wird noch deutlicher, wenn Ihr sie als Klänge erlebt. Auch das könnt Ihr sehr leicht auf der Gitarre nachvollziehen:

Greift den Ton am 5.Bund auf der H-Saite und schlagt ihn zusammen mit der leeren e-Saite an. Wenn Eure Gitarre gut gestimmt ist (wenn nicht habt Ihr jetzt eine gute Gelegenheit dazu), hört Ihr einen Einklang zweier identischer Töne. Ein vollkommen konsonanter Klang der Ruhe und des Stillstands.

Wenn Ihr nun auf der H-Saite weiter nach oben wandert, ändert sich der Klangcharakter schlagartig. Der Ton am 6.Bund der H-Saite klingt gemeinsam mit der leeren e-Saite sehr scharf, sehr dissonant. Ihr hört das Intervall 1.

Am 7.Bund klingt es immer noch dissonant, aber etwas weniger scharf, das ist das Intervall 2.

Am 8.Bund ändert sich der Charakter des Intervalls wiederum sehr stark. Süß, rund weich und dunkel klingt das Intervall 3.

Am 9.Bund hellt sich der Klang auf, sehr stark, fest und harmonisch klingt das Intervall 4.

Am 10. Bund klingt es wieder etwas dissonanter, jedoch auch interessant und sehr gitarrentypisch. Die Gitarre ist im Intervall 5 gestimmt. Wenn Ihr zwei benachbarte Leersaiten anschlagt, hört Ihr auch das Intervall 5.

Am 11. Bund erschreckt Ihr Euch vielleicht zunächst, dieses Intervall 6 wurde in vergangenen Jahrhunderten als der Teufel in der Musik bezeichnet, heutzutage begegnet man ihm auf Schritt und Tritt. Es gab aufgrund seines sprunghaften, spannungsgeladenen Charakters einer Stilrichtung im Jazz - dem Bebop - seinen Namen. Hört euch die 6 gut an und denkt daran: Das erste Bier hat Euch auch nicht gleich geschmeckt. Ihr brauchtet Zeit um seine herbe Frische schätzen zu lernen.

Am 12.Bund ändert sich der Klang wiederum völlig. Das Intervall 7 klingt sehr konsonant, fest und in Ruhe.

Am 13.Bund ist der Klang sehr weich und dunkel. Nicht ohne Grund ist das Intervall 8 auch der Anfang der "Schicksalsmelodie".

ok. ich weiß - jetzt wird es arg knifflig mit dem Greifen... Das Intervall 9 Lässt sich besser erzeugen, in dem Ihr die leere H-Saite gemeinsam mit der am 4. Bund gegriffenen e-Saite anschlagt. Sein Klang ist wiederum konsonant, hell und frisch.

Am 5.Bund wird es wieder dissonanter, dennoch ist das Intervall 10 überaus häufig anzutreffen und gibt Akkordklängen eine zielstrebige Bewegungsenergie, die nach Auflösung strebt.

Am 6.Bund wird diese Bewegungsenergie noch stärker, das Intervall 11 strebt nach der 12 und klingt ähnlich dissonant wie die 1.

Am 7. Bund löst sich alle Spannung auf und Ihr seit plötzlich dem Einklang wieder ganz nah, eine vollkommene Konsonanz.





Physikalische Grundlagen der verschiedenen Klangcharaktere

Das jeder Mensch diese Klänge mehr oder weniger ähnlich empfindet, hat einen physikalischen Hintergrund. Töne sind Schwingungen, die man als eine Sinuskurve mit einer bestimmten Frequenz beschreiben kann.

Wenn nun zwei verschiedene Schwingungen mit unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig erklingen, stehen diese in unterschiedlichen Verhältnissen zueinander. Je einfacher diese Schwingungsverhältnisse sind, desto konsonanter ist das Intervall.

Als Beispiel: Das Intervall 12 erreicht man durch die Halbierung der Saitenlänge. Das Schwingungsverhältnis ist 1:2. Dies ist eine vollkommene Konsonanz.

Das Intervall 7 erreicht man durch eine Dreiteilung der Saite. Das Schwingungsverhältnis ist 2:3, auch dieses Intervall empfinden wir als sehr konsonant. Je komplizierter die Schwingungsverhältnisse werden, desto dissonanter ist der Klang.

Interessant ist dabei, dass die konsonanten Intervalle sehr nah bei den dissonanten Intervallen stehen. Die Dissonanzen streben als labile Klänge in die Konsonanz und geben der Musik Bewegungsenergie. In der Fachsprache werden diese "Strebeklänge" Leittöne genannt.







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