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Moderne / Neue Musik

Als Neue Musik werden unterschiedliche Musik- und Kompositionsrichtungen des 20. und 21. Jahrhunderts bezeichnet. Sie ist als Gegenbewegung zur romantischen Tradition des 19. Jahrhunderts entstanden.

Entwicklung

Impressionismus

Der Übergang zur Neuen Musik erfolgte ab etwa 1900 mit Claude Debussy, dem führenden Vertreter des Impressionismus (der sich aber gegen die Bezeichnung „Impressionist“ wehrte). Musik ist für ihn „Klang-und Farbkunst“, und so werden denn auch seine Werke zu impressionistischen Klangbildern, in denen die Atmosphäre und die Stimmung der musikalischen Vorgänge in Tönen gemalt werden.

Debussys melodische Motive entwickeln sich nicht, sie werden nicht kontrapunktisch verarbeitet oder durchgeführt, wie das bisher oft der Fall war. Vielmehr tauchen sie für einen kurzen Augenblick auf, zeigen ihre Vielfältigkeit in schnell wechselnder Harmonik und werden direkt wieder abgelöst. Inspiriert wurde er dabei von der Naturwahrnehmung, aber auch von asiatischer Musik, die er auf der Weltausstellung 1889 in Paris kennengelernt hatte.

Zu den musikalischen Stilmitteln, die er gebraucht, gehören:

Melodik: überwiegend engräumige, wellen- oder kreisförmig geführte Motive, die sich an andere reihen, wieder „zerfließen“, sich aber nie zu ausladenen Themen entwickeln. Häufige Verwendung von chromatischen, pentatonischen und ganztönigen Skalen, oft auch kirchentonale Wendungen.

Harmonik: zunehmende Dissonanzanreicherung. Dissonanzen (vor allem Sept-, Non- und Sekundklänge) gelten als Farbwerte und werden nicht mehr aufgelöst. Häufiges Aneinanderreihen und paralleles Verschieben von (dissonanten) Akkorden ohne Rücksicht auf ihre funktionale Verwandtschaft. Im Zusammenhang mit der Ganztönigkeit ergeben sich übermäßige Dreiklänge.

Rhythmik: Der Rhythmus löst sich vom starren Taktschema; die rhythmischen Schwerpunkte werden verschleiert; das 1. Viertel im Takt ist oft ausgespart oder verliert durch Überbindung an den vorherigen Takt sein Gewicht. Häufig findet sich das Alternieren von Duolen und Triolen sowie Taktwechsel.

Klangfarbe: gesteigerte Sensibilität für die „Farbigkeit“ sowohl des Orchester- als auch des Klavier-Klanges. Vorliebe ebenso für durchsichtig-helle wie für satte Klangfarben. Debussy übernimmt zwar das Orchester der Spätromantik, löst den kompakten Gesamtklang aber zugunsten differenzierter und bis in feinste Farbnuancen abgestufter Klangkombinationen und -reflexe auf.

Ein weiterer wichtiger Zeitgenosse Debussys war Maurice Ravel (1875–1937), dessen impressionistische Instrumentationsstudie für großes Orchester, „Bolero“, besonders beliebt war.

Expressionismus

Der musikalische Expressionismus ist geographisch in Deutschland und Österreich angesiedelt. Er begreift sich als Gegenthese zum Impressionismus in Frankreich. Während viele Komponisten des Frühexpressionismus später den expressionistischen Stil verließen, blieben Schönberg und seine Schüler dieser Kompositionsweise treu.
Die Gruppe um Schönberg, wird als Neue/Zweite Wiener Schule; bezeichnet:
Sie verwirklichte am radikalsten die Emanzipation der Dissonanz, welche zum wichtigsten Ausdrucksmittel des Expressionismus wurde.

Stilbestimmung des musikalischen Expressionismus
• Irritation (Erregung):
Irritation bedeutet: den schnellen Wechsel melodischer Richtungen, das Nebeneinander von dissonanten Harmonien, Unruhe der Motive, Abwechslung von Homophonie und linearen Teilen (Polyphonie), Bevorzugung von scharfen Intervallen, großer Tonumfang (Ambitus) und Befreiung des Rhythmus (Polyrhythmik).
• Expression:
Expression meint die Auffächerung des Tonraumes durch Erweiterung der Akkordbildung (Expansion des Tonraumes). Jede Stimme ist gleichberechtigt, unterschiedliches musikalisches Material wird gleichzeitig entwickelt und übereinander gelagert. Durch die Gleichberechtigung der Stimmen wird der Gesamtklang gegenüber der Linearität fokussiert.
• Reduktion (reduzieren – wegnehmen, vermindern):
Reduktion bedeutet die Beschränkung auf das Wesentliche. Jeder Ton ist wichtig, dadurch wird eine wirkungsvolle Dichte in der Musik erreicht. Ein häufig auftretendes Mittel der Reduktion ist die Komprimierung des Orchesterapparates. Neue Orchesterfarben und Instrumentationen werden gesucht. Wenn die größt mögliche Reduktion (Dichte) erreicht ist, erfolgt eine Aufspaltung des Klanges, die durch Polyrhythmik und Verteilung eines Motivs auf mehrere sich abwechselnde Instrumente zum Ausdruck kommt.
• Abstraktion:
Die Abstraktion bedeutet eine Rationalisierung der harmonischen Entwicklung, die wie folgt dargestellt werden kann:
1. Die Musik hat keinen Bezug zur Tonika, d.h. das Stück unterliegt keiner Tonart mehr (Impressionismus und früher Expressionismus)
2. Die Akkorde haben keine harmonische Verwandtschaft
3. Die Akkordverbindungen werden durch Alteration aufgelöst (Spätromantik: Tristan-Akkord)
4. Die Leittöne werden in der atonalen Musik nicht mehr aufgelöst, sie erstarren
5. In der Zwölftonmusik wird eine neue Gesetzmäßigkeit geschaffen, die zur Grundlage der atonalen Kompositionsweise wird

Traditionelle Formen im musikalischen Expressionismus
Durch die Atonalität geht der harmonische Zusammenhang der Kompositionen verloren, deshalb versuchen die expressionistischen Komponisten, ihren Kompositionen auf formaler Ebene Ausgewogenheit zu verleihen. Aus diesem Grund verwenden die Expressionisten traditionelle Formen, wie: Kanon, Invention, Fuge, Suite, Menuett, Marsch, Serenade, Walzer, klassischer Sonatenhauptsatz, o.a. Durch die traditionellen Formen schlagen sie die Brücke zwischen dem Rationalen und dem Emotionalen.

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Musik_des_Expressionismus"

Zweite Wiener Schule

Als Zweite Wiener Schule wird in der Musikgeschichte der sich um Arnold Schönberg (darum auch Schönberg-Schule genannt) am Beginn des 20. Jahrhunderts in Wien herausbildende Komponistenkreis genannt, der maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Neuen Musik ausübte.

Neben Schönberg gehörten zum engeren Kreis noch seine beiden Schüler Alban Berg und Anton Webern, die ab 1904 Unterricht bei ihm nahmen (später kamen deren und weitere Schüler von Schönberg dazu). Nach einer Phase freier Atonalität (ab 1908) entwickelte Schönberg Anfang der 20er-Jahre die so genannte Zwölftontechnik, die seine Schüler übernahmen und eigenständig modifizierten und weiterentwickelten.

Trotz dieser besonders für das Musikpublikum radikal erscheinenden Neuerung sah sich die Zweite Wiener Schule in einer Traditionslinie von den Komponisten der Wiener Klassik über Johannes Brahms bis Gustav Mahler. Als gemeinsames Kompositionsprinzip dieser Vorläufer, an das man theoretisch anknüpfte, sah man die Verarbeitung von musikalischen Motiven und Themen in der Variationsform. Diese bewusste Weiterführung der Tradition unterscheidet die Zweite Wiener Schule z.B. von der zweiten bedeutenden Strömung in der Musik der 20er-Jahre, dem Neoklassizismus, in welchem man sich explizit von der vorhergehenden Epoche der Romantik abzusetzen versuchte.

Die Zweite Wiener Schule zerfiel in den 30er Jahren. Die entscheidenden Ursachen dürften die erzwungene Emigration Schönbergs in die USA nach der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland sowie der Tod Alban Bergs (1935) sein. Dennoch ging von ihr nach dem Zweiten Weltkrieg ein großer Einfluss auf viele Komponisten aus.
Weitere Persönlichkeiten der Zweiten Wiener Schule waren u.a.
• der Philosoph, (Musik-)Soziologe und Komponist Theodor W. Adorno (Schüler von Alban Berg)
• der Komponist Hanns Eisler (zeitweilig; Schüler von Arnold Schönberg)
• der Komponist Hans Erich Apostel (Schüler von Arnold Schönberg und Alban Berg)
• der Komponist, Musikwissenschaftler und Schönberg-Biograph Egon Wellesz.
Die folgenreichste Stilrichtung der Neuen Musik im deutschsprachigen Raum und vielleicht auch außerhalb war die Zweite Wiener Schule. Ihre wichtigsten Vertreter:

* Arnold Schönberg sowie seine Schüler Alban Berg und Anton von Webern.

Wichtige Stilelemente der Zweiten Wiener Schule sind die Atonalität und die Zwölftontechnik (Dodekaphonie).


Brutismus

Der Bruitismus (von frz.: bruit, dt. Lärm) war eine von den italienischen Futuristen - u. a. Francesco Pratella und Luigi Russolo - unter der Führung von Filippo Tommaso Marinetti vor dem Ersten Weltkrieg geförderte Gegenbewegung zur ätherischen Musik des Impressionismus. Eine Anzahl von Geräuschen wurde als musikwürdig erklärt. Russolo erfand den Intonarumori („Geräuscherzeuger“), einen Lärmtöner, ein Instrument mit einer Skala von Geräuschen.
Diese Entwicklung hatte ihre Auswirkungen in der starken Bevorzugung des Schlagzeugs in den nächsten Jahrzehnten. In vielen Werken der Neuen Musik ging die Entfaltung von Klangabsonderlichkeiten bis an die äußerste Grenze. Einen ähnlichen Einfluss hatte Igor Strawinskys „Le sacre du printemps“.

Groupe des Six

Die Groupe des Six oder kurz Les Six war ein eher loser Zusammenschluss von sechs französischen Komponisten (fünf Männern und einer Frau).
Zur Gruppe gehörten
• Georges Auric
• Louis Durey
• Arthur Honegger
• Darius Milhaud
• Francis Poulenc
• Germaine Tailleferre.
Die Gruppe bildete sich im Jahre 1918 um den Schriftsteller Jean Cocteau, ihr musikalischer Mentor war Eric Satie. Den Namen erhielt sie 1920 durch einen Zeitungsartikel eines der Gruppe nahe stehenden Kritiker. Er ist eine Anspielung auf die russische Gruppe der Fünf.
Die Mitglieder verband weniger ein ästhetisches Programm, sondern vielmehr die gemeinsame Ablehnung der romantischen (namentlich wagnerianischen) Musik, die Abwendung vom musikalischen Impressionismus Claude Debussys und die Hinwendung zu zeitgenössischen Formen der Unterhaltungsmusik (Jazz, Varieté-, Zirkus- und Dance-Hall-Musik, u. ä.). Einige ihrer Werke lassen sich dem Neoklassizismus zuordnen.
Die Gruppe als produktive Einheit hatte nur die ersten der 1920er Jahre Bestand, danach nahm jeder Komponist seine eigene Entwicklung und übrig blieb eine Art Freundeskreis.

Neoklassizismus

Der musikhistorische Begriff des Neoklassizismus (nicht zu verwechseln mit der Neoklassik ab den späten 1980er Jahren) entstand nach 1920 in Paris im Umfeld von Künstlern wie Igor Strawinski, Jean Cocteau und der Groupe des Six. Jean Cocteau forderte eine vom Individuum abgelöste, objektive Kunst, die den Hörer bei klarem Bewusstsein lässt.
Neoklassizismus meint eine die gesamte europäische Musikkultur ab etwa 1920 durchziehende ästhetische Strömung. In deutlicher Ablehnung von spätromantischer Expressivität, von Impressionismus und Expressionismus ist der Neoklassizismus gekennzeichnet durch das Streben nach Klarheit, Einfachheit und Klassizität. Im Neoklassizismus entstand eine neue, tonale und weitgehend linear bestimmte Musik, wobei das 18. Jahrhundert (Spätbarock und Frühklassik) häufig Vorbild für Satztechniken, Formen und Gattungen ist.
Die Abgrenzung zwischen Neoklassizismus und Neobarock ist unscharf.
Neoklassizistisch geprägte Werke schrieben neben anderen:
Komponisten der Group des Six :
• Georges Auric
• Louis Durey
• Arthur Honegger
• Darius Milhaud
• Francis Poulenc
• Germaine Tailleferre
ferner:
• Claude Arrieu
• Aram Chatschaturjan
• Jean Françaix
• Paul Hindemith
• Zoltán Kodály
• Frank Martin
• Bohuslav Martin?
• Goffredo Petrassi
• Sergej Prokofjew
• Igor Strawinski
• Dmitri Schostakowitsch
• Viktor Ullmann


Serielle Musik

Serielle Musik (auch Serialismus oder Serialität, von frz. musique sérielle, 1947 eingeführt von René Leibowitz; engl. serial music) ist eine Strömung der Neuen Musik, die sich ab etwa 1948 entwickelte, und deswegen auch als zeitgenössische Musik bezeichnet wird. Serielle Musik wirkt eher zufällig, wird aber nach strengen Regeln komponiert. Die Kompositionstechnik basiert auf dem Versuch, möglichst alle Eigenschaften der Musik (wie zum Beispiel Tondauer, Tonhöhe und Lautstärke) auf Zahlen- oder Proportionsreihen aufzubauen. Diese Idee einer musique pure ist vor allem rational-mathematisch, weniger kreativ-emotional ausgerichtet.
Historisch möglich wurde der Serialismus durch die "Vorarbeit" von Arnold Schönberg und Anton Webern, Vertretern der sog. Zweiten Wiener Schule, die bereits Tonhöhen und Intervallstrukturen nach eigenen Regeln neu ordneten. Während jedoch bei deren Zwölftonmusik lediglich der Tonhöhenverlauf als Reihe festgelegt ist, werden bei der seriellen Musik auch die übrigen Parameter wie Tondauer, Lautstärke, Klangfarbe, Tondichte, Artikulation oder Spielart durch mathematische Operationen quantifiziert und in einer vorab ermittelten Zahlenproportion reihenmäßig erfasst.
Spezielle Formen der Seriellen Musik sind die punktuelle Musik und die statistische Musik.
Die Hauptproblematik der seriellen Musik liegt in zwei Bereichen:
• Rezeption: Die begrenzte Merkleistung des menschlichen Kurzzeitgedächtnisses (etwa sechs bis acht Sekunden) macht es unmöglich, die musikalischen Strukturen durchzuhören, also durch einfaches Anhören der Komposition aufzunehmen und zu verarbeiten; gerade daher wird Serielle Musik häufig als chaotisch und ungeordnet empfunden.
• Interpretation: Die begrenzte Exaktheit von Instrumental- und Singstimmen verhindert es, die überexakten Angaben der Komponisten hinreichend präzise zu reproduzieren.
Diese Einschränkungen führten zwangsläufig zur Entwicklung der elektronischen Musik, die den menschlichen Interpreten umging, und der Aleatorik, die versuchte, den Zufall zu rationalisieren und in die Musik einzuplanen. Heute muss man feststellen, dass der Serialismus eine Strömung der Vergangenheit ist, nur noch vereinzelt finden serialistische Konzepte Eingang in Kompositionen.
Als Schlüsselwerk serieller Kompositionstechnik gilt Karlheinz Stockhausens Gruppen für drei Orchester, 1957. Zu den wichtigsten Vertretern der seriellen Musik zählen auch
• Olivier Messiaen,
• Karel Goeyvaerts,
• Luigi Nono,
• Pierre Boulez,
• Luciano Berio,
• György Ligeti u.a.

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Serielle_Musik"


Aleatorik

Die Aleatorik (von lat. Alea - der Würfel) bezeichnet in Musik, Kunst und Literatur das Hervorbringen künstlerischer Strukturen mittels improvisatorischer oder kombinatorischer Zufallsoperationen.
Der Begriff aleatorisch ist dabei nicht gleichzusetzen mit 'beliebig' oder 'willkürlich'. Aleatorik beschreibt vielmehr eine bestimmte, nicht absichtsvoll gestaltete Erscheinungsform eines künstlerischen Werkes.
Der Begriff Aleatorik wird zum ersten Mal 1954 von Werner Meyer-Eppler verwendet. Er entlehnt diesen Begriff der Théorie des fonctions aléatoires von André Blanc-Lapierre und Robert Fortet. Meyer-Eppler definiert im Rahmen der Akustik dabei solche Vorgänge als aleatorisch, deren Verlauf im groben festliegt, im einzelnen aber vom Zufall abhängt (Werner Meyer-Eppler, Statistische und psychologische Klangprobleme, in: die reihe 1: elektronische Musik. Informationen über serielle Musik. Wien 1955, S. 22.)
Aleatorisch sind so etwa Modulationen in traditionellen Musikinstrumenten, die - konstruktionsbedingt und verstärkt durch die verwendeten Materialien - leichte, unreine Schwankungen im Klangbild aufweisen, die der Hörer als warm empfindet.
Meyer-Eppler bezeichnet somit nicht den unkontrollierten Zufall als aleatorisch. Aleatorisch sind lediglich kleine, merkliche Schwankungen innerhalb eines festgelegten Rahmens.
Aleatorische Musik bekommt in der Musik des 20. Jahrhunderts gegen Ende der 50er Jahre eine große Bedeutung und steht im Zusammenhang mit der Fluxus-Bewegung. Ein hervorragender Exponent aleatorischer Werke ist John Cage. Musikgeschichtlich ist der Einsatz von Zufallsoperationen in der Komposition jedoch kein Verdienst der Moderne; bereits im Mittelalter warfen christliche Mönche vier unterschiedlich gebogene Eisenstäbe nach dem Zufallsprinzip, um eine "schöne Melodie" zu erhalten.

Literatur
• Arnold Schering: Das Symbol in der Musik (1945)
• Holger Schulze: Das aleatorische Spiel (2000)

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Aleatorik"


Neue Einfachheit

Neue Einfachheit ist ein Begriff aus der neuen Musik und beschreibt eine Stilrichtung. Eine Definition ist insofern schwierig, da der Begriff keine feste "Schule" oder Gruppierung in der neuen Musik bezeichnet, sondern eher eine Kompositionshaltung. Zumeist wird der Begriff auch nicht von den Komponisten selbst benutzt, sondern von Musikwissenschaftlern oder Musikjournalisten geprägt, um dieses Phänomen zu beschreiben.

Nach dem Ende des Serialismus etwa gegen Ende der 60er-Jahre war eine auffällige Strömung hin zu leicht fasslicher Musik bemerkbar. Während Komponisten wie Helmut Lachenmann zu den Extremen der musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten tendierten, gab es zur gleichen Zeit Komponisten, die wieder traditionelle Elemente einbezogen. Dies bezieht sich auf alle möglichen musikalischen Parameter, diente aber dem übergeordneten Willen der Verständlichkeit, die sich vor allem über emotionale musikalische Gesten einstellt. Da man mit verschiedenen Mitteln einfach komponieren kann, lassen sich sowohl Komponisten der Minimal Music als auch des Neoklassizismus, bzw. der Neoromantik unter dem Begriff einordnen. So wurden in der Neuen Einfachheit Chiffrierungen und Abstraktheit vermieden, es kam wieder vermehrt Programmmusik auf, z.B. bei Literaturopern des modernen Musiktheaters. Der Grad der Anwendung von Mitteln der neuen Einfachheit, wie z.B. Einbindung von tonalen Klängen oder tradierten Werkformen ist je nach Komponist und Werk unterschiedlich.

Als Vertreter der neuen Einfachheit werden in der Literatur u.a. Peter Michael Hamel, György Kurtág, Hans-Jürgen von Bose, Wolfgang Rihm, Manfred Trojahn, Alfred Schnittke und Jury Everhartz benannt. Es gibt aber ebenso Werke von Schnittke oder Rihm, die sich eben nicht "leicht verständlich" mitteilen. Neue Einfachheit bezeichnet also eine eher werkbezogene Öffnung der neuen Musik hin zu größerer Verständlichkeit und der Vermeidung eines um jeden Willen innovativen oder experimentellen Charakters.

Minimal Music

Minimal Music (auch musikalischer Minimalismus) ist ein Musikstil (oder auch: ein Sammelbegriff für verschiedene Musikstile) innerhalb der Neuen Musik, der sich ab den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA entwickelte, kann also als typisch amerikanische Form zeitgenössischer "Ernster" Musik gelten. Der Name wird Anfang der 70er Jahre geprägt in Anlehnung an den Begriff Minimal Art, der aus der Bildenden Kunst stammt.

Einflüsse und Stellung in der Neuen Musik
Die Minimal Music verarbeitet Einflüsse aus asiatischer (vor allem indischer und indonesischer) und afrikanischer Musik (besonders deren Polyrhythmik), (Free-)Jazz so wie aus bestimmten Formen des Rock (Psychedelic Rock). Sie ignoriert weitgehend die Konventionen des Komponierens, wie sie im westlichen (also im wesentlichen europäischen) Kulturkreis bis dahin galten, speziell die Konventionen der Avantgarde der 50er und frühen 60er Jahre (insbesondere die der damals dominanten Seriellen Musik, so dass sie häufig als Antithese zum Serialismus verstanden wird und wird von Vertretern dieser Richtung oft vehement abgelehnt, obwohl sich zum Beispiel LaMonte Young theoretisch auf Arnold Schönberg und Anton Webern bezieht). Oft wird sie auch als eine postmoderne Musik charakterisiert.


Charakterisierung
Eine exakte Charakterisierung dieser Musikrichtung ist wegen der großen stilistischen Vielfalt ebenso schwierig wie eine zeitlich Abgrenzung gegen einen Post-Minimalismus (hier steht die Frage im Raum, in wie weit die Minimal Music in ihrer Entwicklung von ihren ursprünglichen Prinzipien abgerückt ist und ab Mitte der 1970er Jahre von Post-Minimalismus gesprochen werden kann oder muss). Es gibt aber eine Reihe von Merkmalen, die typische Werke dieses Stils – wenn auch nicht (alle Werke) notwendigerweise – aufweisen.

Minimal Music ist verglichen mit Klassischer Musik von eher geringer harmonischen Komplexität. Sie bewegt sich meistens im Rahmen einer modalen Tonalität und verwendet Dissonanzen nur sehr sparsam. Das rhythmische Element (oft Polyrhythmik) ist in der Minimal Music stark hervorgehoben, sie ist stark repetitiv, das heißt: ein einfaches Grundmuster (Patterns) wird über längere Zeiträume ständig mit nur leichten, oft kaum wahrnehmbaren Variationen wiederholt, das Stück ergibt sich dann aus der einfachen Aneinanderreihung der Variationen. Wird ein Muster gleichzeitig mit geringfügig unterschiedlichen Geschwindigkeiten gespielt, kommt es zum so genannten Effekt der Phasen-Verschiebung.

Die Minimal Music hat für eine zeitgenössische Musik außerhalb der Popmusik (mit der es einige Wechselwirkungen gibt) eine beträchtliche Popularität errungen, wenn auch nicht unbedingt beim traditionellen Publikum Klassischer Musik.


Komponisten
• zu den Begründern der Minimal Music zählen:
• Steve Reich
• LaMonte Young
• Philip Glass
• Marlon Koppelkamm
• Terry Riley
• Tony Conrad
• weitere
• John Adams
• Jon Gibson
• Tom Johnson
• Arnold Dreyblatt
In Europa haben u. a. der Brite Michael Nyman und die Deutschen Peter Michael Hamel und Hans Otte Kompositionen vorgelegt, die man zu Minimal Music zählen kann oder von dieser beeinflusst sind.
Als Vorläufer werden bisweilen Erik Satie und John Cage genannt.


einige Werke
• Terry Riley: In C, 1964
• Steve Reich: Piano Phase für zwei Pianos, 1967
• Steve Reich: Drumming, 1971
• Steve Reich: Music for 18 Musicians, 1976
• Philip Glass: Music in Changing Parts, 1970
• Philip Glass: Music in 12 Parts, 1972-74
• Philip Glass: Einstein on the beach (Musiktheater), 1976
• Frederik Rzewski: Coming together und Attica, 1972
• John Adams: China gates and phrygian gates, 1977 / 78



Weblinks
http://www.minimal-music.com/ -- Website von "in process", einer der wenigen Gruppen in Deutschland, die sich ausschließlich der Minimal Music widmen.

Von "http://de.wikipedia.org/wiki/Minimal_Music"


Komponisten

* Michael van der Aa
* Hans Abrahamsen
* Theodor W. Adorno (1903-1969)
* Georges Aperghis (* 1945)
* Klarenz Barlow (* 1945)
* Béla Bartók (1881-1945)
* George Benjamin (* 1960)
* Erik Bergman (* 1911)
* Luciano Berio (1925-2003)
* Leonard Bernstein (1918-1990)
* Boris Blacher (1903-1975)
* Pierre Boulez (* 1925)
* Benjamin Britten (1913-1976)
* Earle Brown (* 1926)
* John Cage (1912-1992)
* Roberto Carnevale (* 1956)
* Elliott Carter (* 1908)
* Unsuk Chin
* Gloria Coates (* 1938)
* Henri Cowell (1897-1965)
* George Crumb (* 1929)
* Luigi Dallapiccola (1904-1975)
* Pascal Dusapin (* 1955)
* Henri Dutilleux (* 1916)
* Gerald Eckert (*1960)
* Hanns Eisler (1898-1962)
* Peter Eötvös (* 1944)
* Franco Evangelisti (1926-1980)
* Morton Feldman (1926-1987)
* Brian Ferneyhough (*1943)
* Luc Ferrari (*1929)
* Reinhard Fuchs
* Beat Furrer (*1954)
* Fritz Geißler (1921-1984)
* Detlev Glanert (*1960)
* Vinko Globokar (*1934)
* Heiner Goebbels (*1952)
* Karel Goeyvaerts (1923-1993)
* Friedrich Goldmann (* 1941)
* Malcolm Goldstein (* 1936)
* Gérard Grisey (1946-1998)
* Erhard Grosskopf (* 1934)
* H K (Heinz Karl) Gruber (*1943)
* Sofija Gubajdulina (*1931)
* Alois Hába (1893-1973)
* Karl Amadeus Hartmann (1905-1963)
* Roman Haubenstock-Ramati (1919-1994)
* Joseph Matthias Hauer (1883-1959)
* Werner Heider (* 1930)
* Hermann Heiß (1897-1966)
* Hans Werner Henze (* 1926)
* Jörg Herchet (* 1943)
* Hans-Joachim Hespos (* 1938)
* Paul Hindemith (1895-1963)
* York Höller (* 1944)
* Heinz Holliger (* 1939)
* Adriana Hölszky (* 1953)
* Simon Holt
* Toshio Hosokawa (* 1955)
* Klaus Huber (* 1924)
* Nicolaus A. Huber (* 1939)
* Charles Ives (1874-1954)
* Thomas Jahn (* 1940)
* Mauricio Kagel (* 1931)
* Shigeru Kan-no(* 1959)
* Matthias Kaul
* Oliver Knussen
* Erwin Koch-Raphael (* 1949)
* Gottfried Michael Koenig (* 1926)
* Jo Kondo (* 1947)
* Olli Kortekangas
* Felicitas Kukuck (1914-2001)
* György Kurtág (* 1926)
* Helmut Lachenmann (* 1935)
* Magnus Lindberg (* 1958)
* Georges Lentz (* 1965)
* Witold Lutos?awski (1913-1994)
* Bruno Maderna (1920-1973)
* Olivier Messiaen (1908-1992)
* Darius Milhaud (1892-1974)
* Nikolaj Mjaskovskij (1881-1950)
* Conlon Nancarrow (1912-1997)
* Olga Neuwirth (* 1968)
* Luigi Nono (1924-1990)
* Younghi Pagh-Paan (* 1945)
* Goffredo Petrassi (1904-2003)
* Astor Piazzolla
* Harry Partch (1901-1974)
* Robert HP Platz (* 1951)
* Henri Pousseur (* 1929)
* Frank Proto (* 1941)
* Maurice Ravel (1875-1937)
* Steve Reich (* 1936)
* Joseph Anton Riedl (* 1929 ?)
* Rainer Riehn (* 1941)
* Rolf Riehm (* 1937)
* Wolfgang Rihm (* 1952)
* Frederic Rzewski (* 1938)
* Kaija Saariaho (* 1952)
* Eric Satie (1866-1925)
* Rebecca Saunders (* 1967)
* Giacinto Scelsi (1905-1988)
* Pierre Schaeffer (1910-1995)
* Hermann Scherchen (1891-1966)
* Friedemann Schmidt-Mechau (* 1955)
* Dieter Schnebel (* 1930)
* Gunter Schneider
* Dmitrij Schostakovic (1906-1975)
* Franz Schreker (1878-1934)
* Cornelius Schwehr (* 1953)
* Salvatore Sciarrino (* 1947)
* Mathias Spahlinger (* 1944)
* Gerhard Stäbler (* 1949)
* Manfred Stahnke (* 1951)
* Karlheinz Stockhausen (* 1928)
* Karol Szymanowski (1882-1937)
* James Tenney
* Xaver Paul Thoma (*1953)
* Michael Tippett (1905-1998)
* Galina Ustvolskaja (* 1919)
* Edgard Varèse (1883-1965)
* Nadir Vassena (* 1970)
* Wladimir Vogel (1896-1984)
* Christian Wolff (* 1934)
* Stefan Wolpe (1902-1972)
* Iannis Xenakis (1922-2001)
* Isang Yun (1917-1995)
* Hans Zender (* 1936)
* Ricardo di Farnese
* Bernd Alois Zimmermann (1918-1970)



Wichtige Theoretiker der Neuen Musik in Deutschland

* Theodor W. Adorno (1903-1969)
* Heinz-Klaus Metzger (* 1932)



Foren der Neuen Musik

* Weltmusiktage
* Darmstädter Ferienkurse,
* Donaueschinger Musiktage,
* Warschauer Herbst´
* Rencontres, Metz
* Eclat Stuttgart
* Salzburg Aspekte, Salzburg
* Wien Modern, Wien


Wichtige Ensembles

* Ensemble Modern, Frankfurt
* L'art pour l'art, Winsen
* Ensemble InterContemporain, Paris
* Neue Vocalsolisten, Stuttgart
* Ensemble Recherche, Freibunrg
* Ensemble Aleph, Paris
* Trio Arcadia, Rom
* Arditti Quartet, London
* Arbireo Flute Quartet, Ludwigsburg
* Klangforum, Wien


Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM),
Hauptaufgabe der „Internationale Gesellschaft für Neue Musik“ ISCM sind die jährlich von Mitgliedsland zu Mitgliedsland wechselnden Weltmusiktage.
Gesellschaft für Neue Musik e.V. (GNM),
Institut für kulturelle Innovationsforschung - new classical e.V. (IKI),
Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik (DEGEM),
Vereinigung zur Verbreitung und Förderung elektroakustischer Musik.
Verband für aktuelle Musik Hamburg.
Klangforum Wien.


Literatur

* Theodor W. Adorno: Philosophie der neuen Musik. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3518293125
* Paul Griffiths: Modern Music and after. Oxford University Press, 1995, ISBN 0198165110
* Ulrich Dibelius: Moderne Musik nach 1945. erweiterte Neuauflage, Piper Verlag, München 1998, ISBN 3492040373
* Hans-Werner Heister, Walter Wolfgang Sparrer: Komponisten der Gegenwart (KDG). edition text + kritik, München 2004, ISBN 3883777994
* Hans Heinz Stuckenschmidt: Neue Musik zwischen den Weltkriegen. 2. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3518371576


Quelle: "http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Musik"




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