Musiklexikon

  


Alvaro Pierri

Alvaro Pierri, 1952 in Montevideo geboren, entstammt einer Musikerfamilie. Seinen ersten Musikunterricht erhielt er mit fünf Jahren von seiner Mutter Ada Estades, Klavier, und von seiner Tante Olga Pierri, Gitarre.

Später studierte er bei Abel Carlevaro, dem Komponisten Guido Santorsola und am Instituto Nacional de Musicologia de la Universidad des Uruguay.

Von seinem elften Lebensjahr an gewann Alvaro Pierri alle international renommierten Preise, unter anderem in Uruguay, Argentinien und Brasilien, sowie den 18. Concours International von Radio France Paris.

1982 debütierte er in Deutschland bei den Aschaffenburger Gitarrentagen. Verschiedene Sender produzierten Fernsehaufnahmen sowie zahlreiche Rundfunksendungen mit ihm. New York, Rio, Tokio, Wien, Paris, London, Madrid und Berlin zählen unter anderem zu den wichtigsten Stationen seiner beeindruckenden Karriere als Konzertgitarrist.

Aber nicht nur als Solist hat Pierri sich einen Namen gemacht, sondern auch als Kammermusiker. Er konzertierte mit Frank Peter Zimmermann, Ernö Sebestian, Hatto Beyerle, Florian Sonnleitner, Josef Protschka, Astor Piazzolla, Tracy Silverman, dem Turtle Island String Quartet, dem Cherubini Quartet und vielen anderen.

Alvaro Pierri, Professor für Gitarre an der Universität von Montreal und an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien, ist außerdem Dozent zahlreicher internationaler Meisterkurse, unter anderem bei den Wiener Meisterkursen und an der Internationalen Sommer-Akademie des Mozarteum Salzburg.

Seine Diskographie umfasst mittlerweile 12 CDs (Solo, Kammermusik, Gitarrenkonzerte und Elektroakustik) erschienen bei Metropole-Polydor (Frankreich), Blue Angel - 2001 (Deutschland), Milan Records und Anlekta (Kanada). Seit 1992 erhielt er fünf Nominierungen und zwei Schallplattenpreise für die beste Klassik-CD.

„...bei seinem Spiel geht der ganze Körper mit,
man möchte aufstehen und tanzen ... von allen
Gitarristen „singt“ Pierri‘s Instrument am meisten“.
Fritz Zeilinger, Bayerischer Rundfunk.


Presseecho

Andalusisches Intermezzo
Ein Esel, ein Erzähler und ein Weltklassegitarrist im Theater


von Jürgen Gräßer
Bamberg. Uns Nicht-Gitarristen sind nur wenige Namen aus der Welt dieses Zupfinstrumentes vertraut. Natürlich kennen wir das „Concerto de Aranjuez“ (1939), das auch in zahlreichen Bearbeitungen, etwa von Miles Davis, populär geworden ist. Von Andrés Segovia oder Julian Bream haben wir schon mal gehört, womöglich auch von Konrad Ragossnig. Wenn sich nun dessen Nachfolger an der Wiener Universität für Musik, der aus Uruguay gebürtige Alvaro Pierri, im E.T.A.-Hoffmann-Theater angekündigte, lässt das aufhorchen.

Dass es gelungen ist, diesen Weltklassegitarristen an die Regnitz zu holen, verdanken wir den vom Neuen Palais zum elften Male organisierten Bamberger Gitarrentagen. Bereits im Juni 1983 war Alvaro Pierri zusammen mit dem Rezitator und Schauspieler Hugo Scholter zu Gast, und damals wie heute brachte das muntere Duo eine andalusische Elegie zu Gehör, nämlich „Platero und ich“. In der bilderreichen lyrischen Prosa des Nobelpreisträgers Juan Ramón Jiménez zieht dieser Dichter von trauriger Gestalt mit seinem silberhaarigen Eselchen Platero durch das andalusische Moguer, durch Landschaft und Jahreszeiten. Mensch und Tier werden eins.

Aus den 138 Episoden hatte Scholter knapp zwei Dutzend ausgewählt. Pierri präludierte oder schickte Kompositionen von Sor, von de Falla und Albeniz, aber auch von den weniger bekannten Torróba oder Llobet nach.

So entstand ein reizvolles Wechselspiel zwischen Worten und Musik, ein gegenseitiges befruchten beider Künste, wobei allein schon Scholters Rezitation musikalische Qualitäten besaß. Nicht nur, wenn er tatsächlich einmal in einen Sprechgesang fiel.

Er setzte Zäsuren, traf den der Elegie angemessenen Schwermutstonfall wie den der heiteren Exaltation angesichts eines Frühlingsmorgens. Was da nicht alles blüht und wächst und zwitschert! Goldammer und Grünfink, Mohnblumen, gelbe Lilien und immer wieder Rosen und noch mehr Rosen. Selbst Plateros Augen, „die du nicht siehst, und die du demütig zum Himmel erhebst, sind zwei schöne Rosen.“

Scholter hörte man gerne zu, Alvaro Pierri nicht minder. So wie ein purpurroter Sonnenuntergang den Erzähler „hingerissen in der Dämmerung“ verharren ließ, so verharrten die Ohrenzeugen dieser phantastischen Lehrstunde im Gitarrenspiel hingerissen im Schummer der Theaterleuchten. Wenn denn eine gefallen wäre, man hätte sie hören können, die berühmte Stecknadel. Pierris schiere Virtuosität, seine musikalische Gestaltungskraft, sein wunderbares Pianospiel ließen das vorletzte Konzert der Gitarrentage zu einem großen Abend werden.

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