U-Musik
Abkürzung für Unterhaltungsmusik.

Überblasen
Als Überblasen wird bei Blasinstrumenten das Erzeugen von Obertönen mittels stärkerem Winddruck oder erhöhter Lippenspannungdurch bezeichnet. Bis zur Erfindung von Ventilen und Tonlöchern waren Blasinstrumente neben dem Grundton auf diese zusätzlichen Obertöne angewiesen. Bei Instrumenten mit konischer Bohrung (Horn, Trompete, Flöte, Oboe usw. ) springt der Ton in die höhere Oktave über (oktavierende Instrumente). Bei Instrumenten mit zylindrischer Bohrung entsteht als erster Oberton die Duodizime des Grundtons, also die Quinte der nächsten Oktave (quintierend) (Fagott, Klarinette).

übermäßig
Als übermäßig wird ein Intervall bezeichnet, das um einen chromatischen Halbton größer ist als das reine Intervall (z.B. c-gis anstelle von c-g).

Ultramodernists
US-Amerikanische Avantgarde-Bewegung der 20er und 30er Jahre, die sich von europäischer Romantik wie Neoklassizismus abwandte und, von Schönberg unabhängig, ein die Dissonanz etablierendes flexibles Reihendenken entwickelte.

Umbi Weti
Siehe Soularfone.

Umdeutung
1. Als Umdeutung wird das Setzen eines Akkordes in einen anderen Harmoniezusammenhang bezeichnet. Stellt G im Akkordgefüge C-F-G die Dominante dar, so wird es, z.B. durch Einfügen des D-Akkordes zwischen F und G, zur Tonika, wobei D gleichzeitig Dominante zu G als auch Mollparallelen-Variante zu F ist.
Durch diesen Vorgang ergeben sich sowohl reizvolle Harmonieketten als auch die Möglichkeit, aus der C-Kadenz in andere Kadenzen zu gelangen.
2. Andere Bezeichnung für Enharmonische Verwechslung.

Umkehrung
Die Umkehrung bedeutet bei Intervallen die Versetzung des oberen Tones nach unten oder des unteren Tones nach oben um eine Oktave. Dadurch wird die Sekunde zur Septime, die Quarte zur Quinte etc.
Bei Akkorden (Dreiklang), z.B. c-e-g, ergibt die Verschiebung des Grundtones nach oben die 1. Umkehrung e-g-c' (Terz-Sext-Akkord), die Verschiebung des nächsten Tones die 2. Umkehrung g-c'-e' (Quart-Sext-Akkord).
Als Umkehrung wird auch die horizontal spiegelbildliche Versetzung eines Themas, d.h. in Gegenbewegung zum Original, bezeichnet.

Underground
Kennzeichnung der Musik von Gruppen, die im 'Untergrund' waren, d.h. deren Musik von den Firmen und Sendern als zu wenig kommerziell eingestuft und deshalb nicht gespielt wurde.

Underground Musicians Artists Association
"UGMAA", eine legendäre Musikerinitiative in Los Angeles um Horace Tapscott.
In der "Underground Musicians Artists Association" schlossen sich, beeinflußt von Coltrane, Coleman, Malcolm X und H. Rap Brown, auf Initiative von Horace Tapscott Mitte der 60er Jahre die zeitgenössischen schwarzen Jazzmusiker der Westküste zum Zwecke politischer, ökonomischer und ästhetischer Selbstbestimmung zusammen.

Ungarische Musik
Die Ungarische Musik ist vor allem deshalb als solche bekannt, da viele große Komponisten Elemente derselben in ihre Werke einfließen ließen. Der Begriff "a l'hongaraise" findet sich bei Haydn, Schubert, Beethoven, Brahms und anderen. Brahms' "Ungarische Tänze" sind jedoch ebensowenig ungarische Musik wie Mozarts "Entführung aus dem Serail" türkische oder Puccinis "Madame Butterfly" japanische.
Im allgemeinen Verständnis ist die Ungarische Musik mit der Zigeunermusik untrennbar verbunden. In seinem B.c. "Die Zigeuner und ihre Musik in Ungarn" 1859 stellt Liszt sogar beide gleich. Mit Recht wurde dagegen eingewandt, daß er nur das Musikleben der großen Städte, also die Musik der Oberschicht, kannte. Zu jener Zeit wurde die Musik der im Land umherziehenden Zigeuner als unterhaltsam empfunden. Wesentliches Merkmal waren Anderthalbtonschritte im Tonleitersystem und das sogenannte "Zigeunermoll".
Die echte Ungarische Musik, die in einer anderen Schicht der ungarischen Bevölkerung lebt, wurde durch Arbeiten von Bartok, Kodaly und anderer Volksliedforscher bekannt. Im Gegensatz zu Liszts "Ungarischen Rhapsodien", die nur als Paraphrasen der Ungarischen Musik gelten können, ist Bartoks Musik von der echten ungarischen Folklore her zu verstehen.

unisono
Unisono (italienisch) bedeutet den Einklang bzw. den einstimmigen Verlauf aller Stimmen; dies kann auch in Oktav-Parallelen geschehen.

unplugged
Unplugged (vom englischen 'to plug in': einstöpseln) bedeutet im weiteren Sinne unverstärkte Musik, eben nicht (in den Verstärker) 'eingestöpselte' Instrumente wie akustische Gitarre, Naturklavier usw.

Unterhaltungsmusik
Als Unterhaltungsmusik oder U-Musik werden, im Gegensatz zur Ernsten Musik, leichte, eingängige und der Unterhaltung dienende Kompositionen bezeichnet. Dazu zählen jedoch heute durchaus auch modern pop- oder schlagermäßig arrangierte sog. Klassiker.

Uraufführung
Uraufführung ist die erste, nicht wiederholbare Aufführung eines Werkes überhaupt und wird von dem Begriff Erstaufführung unterschieden. Auch der werbende, populäre Begriff Welturaufführung besagt nichts anderes.

Urban Folk
Diffuse Stilrichtung zwischen Folk, Rock und New Yorker Gosse, auch als Neo-Folk bezeichnet, präsentiert u.a. von Brenda Kahn.

Urheber
Als Urheber wird gemeinhin der ursprüngliche Autor eines Musikstückes bezeichnet. Der Begriff bezieht sich auf Komponist und Textdichter und ist deutlich vom Bearbeiter und Arrangeur zu unterscheiden. Von den Tantiemen der Verwertungsgesellschaften wie der GEMA werden neben Komponist und Textdichter allerdings auch die Bearbeiter und auch die sog. Sub-Texter (Übersetzungen in andere Sprachen sowie ein völlig anderer Text) als eine Art Miturheber bedacht. In der populären Musik, vor allem im Rock- und Pop-Bereich, sind häufig alle Mitglieder einer Gruppe als Urheber aufgeführt, meist, weil das betreffende Musikstück in Gemeinschaftsarbeit entstanden ist, oft aber auch, weil damit zusätzliche Vereinbarungen über eine Gewinnbeteiligung überflüssig werden. Weiteres siehe Urheberrecht.

Urheberrecht
Als Urheber im musikrechtlichen Sinne gillt der ursprüngliche Schöpfer eines Werkes sowohl in Komposition als auch Dichtung. Diese Definition ist allerdings noch nicht sehr alt, gemessen an der Musikgeschichte. In den früheren Jahrhunderten gab es nur ein sehr eingeschränktes Urheberrecht.
Anfangs schützten sich nur die Verleger vor einem Nachdruck. Die Schöpfer jedoch besaßen kaum Rechte an ihren Werken. In Punkt 4 seines Vertrages vom 01.05.1761 verkaufte Haydn alle Rechte an seinen Dienstherren Fürst Esterhazy, d.h. ohne dessen Erlaubnis durfte Haydn für niemanden anderes komponieren. Auch Mozart, Beethoven, Weber und zu Anfang auch Richard Wagner erhielten für ihre Werke günstigstenfalls einmalige Abfindungen oder verdienten durch Lieferung von Notenmaterial. Wesentliche Fortschritte im Kampf um das Urheberrecht wurden erst durch die internationale Berner Konvention vom 09.09.1886 sowie deren Erneuerungen und Ergänzungen im selben Jahr sowie 1908, 1914, 1928 und 1948 erzielt.
In Deutschland wurde das Urheberrecht durch das Gesetz vom 19.06.1901 geregelt, dessen Schutzfrist 30, dann 50 Jahre währt. Beachtung fand schließlich auch neben diesem Schutzrecht das Recht an der Darbietung, das sog. Aufführungsrecht, welches bei der Musik eher zum Tragen kommt als bei anderen darstellenden Künsten.
1898 entstand die 'Genossenschaft der deutschen Tonschöpfer', die 'Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht' (gegründet 1903) wurde 1915 zur GEMA erweitert und mit anderen Schutzgesellschaften in Europa und Übersee in Einklang gebracht. Das Aufgabengebiet umfaßte mit dem Aufkommen der Schallplatte, des Rundfunks und des Tonfilms auch diese Bereiche. Zur Wahrung der mechanisch-musikalischen Rechte wurde 1909 die AMMRE gegründet, 1933 die STAGMA, die 1938 diese Aufgaben übernahm. 1947 war das Gründungsjahr der neuen GEMA, in der all diese Aufgaben zusammengefaßt wurden. Entsprechend entstand in der DDR die AWA. 1965 wurde entsprechend den gewandelten soziologischen Verhältnissen ein neues Urheberrechtsgesetz in Deutschland erlassen (Novellierung 1972), das eine Schutzfrist von 70 Jahren nach dem Tod des Urhebers festschreibt.
Durch die neuen Aufnahmetechniken entstanden auch neue Probleme. Das Magnettonband ermöglicht es jetzt jedem, mühelos in den Besitz eines Werkes zu kommen, das er jederzeit ebenso mühelos reproduzieren und vervielfältigen konnte. Hinsichtlich der öffentlichen Ausstrahlung sind inzwischen bundesweit Reglungen getroffen worden. Die Bemühungen um eine weltumfassende Konvention fanden auch die Unterstützung der UNESCO.
Im Jahr 2000 präsentierte die GEMA ein Abrechnungsmodell zur Online-Musikverwertung, nach dem Rock- und Popmusiker für selbstkomponierte und -getextete Songs monatlich rund 20 DM pro Song zahlen müssen, wenn sie diese kostenlos für Werbezwecke im Internet vorstellen. Auf Einwände von Musikern wurde seitens der GEMA angeführt, daß die songschreibenden Musikgruppen einen Großteil ihrer Abgaben im Rahmen ihrer jährlichen Ausschüttungen zurückerhalten würden.
Als "Meilenstein bei der Durchsetzung von Urheberrechten im Netz" bezeichnete im April 2000 ein Sprecher der GEMA das Urteil in einem Musterprozeß gegen den weltweit größten Internet-Provider AOL, nach dem Internetanbieter in Deutschland künftig Schadenersatz leisten müssen, wenn sich Teilnehmer über ihre Dienste Raubkopien von Musiktiteln besorgen.

ut
Die Silbe ut ist im Sinne von c, f oder g in der mittelalterlichen Solmisation die erste im Hexachord.
Im Französischen steht sie für C.